









Der Hauptbahnhof wächst kontinuierlich.
Während die U55 langsam (gaanz langsam) der U5 entgegen wächst, wächst unter der Invalidenstraße nun die S-Bahnstation für die lang ersehnte S 21 heran.
Autofahrer und Fußgänger müssen sich ab kommender Woche unmittelbar am Bahnhof auf ein Chaos gefasst machen. Zusätzlich zum gewohnten Chaos auf den Zufahrtsstraßen, versteht sich.
Beidseitig der Invalidenstraße wird im Bahnhofsvorplatzbereich ein großes Loch entstehen
(die Baustelle wurde ja schon vor Wochen höchst offiziös abgeriegelt und sorgte für allerhand Spekulationen), und genau dort verschwindet wohl auch das Geld, das man nach Fertigstellung des ersten Teilstücks der S 21 wieder heftigst betrauern wird, nur um dann zum Schluss zu kommen, dass das Ganze unnötig und sinnlos ist. Immerhin erhält der Hauptbahnhof so über Umwege Anschluss an den Ring, in den sich die neue S-Bahnlinie dann einfädeln soll. Es kann nur besser werden.
Bau-Infos aus der aktuellen „Punkt3″:
Bauvorbereitungen für die künftige S 21
Am Hauptbahnhof werden Bushaltestellen ab 27. November verlegt
An der Invalidenstraße im Bereich des Berliner Hauptbahnhofs hat die Bahn mit Arbeiten für die künftige S-Bahnlinie S 21 begonnen. Diese soll ab 2016 den Berliner Hauptbahnhof mit dem nördlichen S-Bahn-Innenring verbinden.
Für die Bauarbeiten muss die Invalidenstraße zwischen dem Tiergartentunnel der B 96 und der Kreuzung Heidestraße/Friedrich-List-Ufer für rund ein Jahr auf je zwei Fahrstreifen je Richtung eingeengt werden. Die Fahrbahnen werden bauzeitlich umverlegt. Einschränkungen gibt es auch auf den Geh- und Radwegen. Die Bushaltestellen der BVG werden ab 27. November 2009 in die Heidestraße bzw. zum Friedrich-List-Ufer verlegt. Dazu wird ausschließlich für die Linienbusse die Einfahrt von der Invalidenstraße in die Heidestraße ermöglicht.
Vor dem Bau der Straßenbahnstrecke zum Berliner Hauptbahnhof wird im Mittelbereich der Invalidenstraße eine sogenannte Vorsorgemaßnahme für die neue Nord-Süd-S-Bahnstrecke realisiert: Es werden Schlitzwände in die Erde eingebracht und ein Stahlbetondeckel. Schlitzwände und Deckel bilden den Rahmen einer unterirdischen Baugrube, in der später der S-Bahntunnel ohne Beeinträchtigung des darüber fließenden Verkehrs gebaut werden kann. Im Zusammenhang mit dem Bau des Berliner Hauptbahnhofes wurden in der Vergangenheit für die geplante S-Bahn bereits einige dieser Vorsorgemaßnahmen realisiert. Unter anderem nördlich der Invalidenstraße unter der B 96, unter dem nördlichen Teil der Invalidenstraße sowie im Bahnhofsbereich.
Zwischen den Ringbahnhöfen Westhafen und Wedding wurden bereits Tunnel für die Ausfädelung der S-Bahn aus dem Ring gebaut. Die neue Nord-Süd-S-Bahn führt von den S-Bahnhöfen Westhafen und Wedding zum Berliner Hauptbahnhof. Die S-Bahnstation im Hauptbahnhof wird östlich neben der Station der U 55 liegen und mit dem U-Bahnhof sowie dem Hauptbahnhof verbunden sein.
© 2000-2009 punkt 3 Verlag GmbH, Berlin
Der Humboldthafen am Hauptbahnhof ist derzeit schillernd bunt illuminiert. 
Was ein wenig an das Festival of Lights erinnert, kommt vom „Palazzo“.
Gemeint ist hiermit nicht der aus Glas. Hans-Peter Wodarz hat sich mit seinem Eventgastronomie-“Spiegelpalast“ wieder am gewohnten Ort niedergelassen
und setzt diesmal auch die Umgebung kunstvoll in Szene.
www.palazzo.org
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In öffentlichen Gebäuden hierzulande ist es üblich, dass, wenn Rolltreppen vorhanden sind, stets die rechte von beiden zum Ziel führt, während die linke in die Gegenrichtung läuft.
So auch im Berliner Hauptbahnhof.
Umso verwunderlicher, was gestern am nördlichen Eingang zur U-Bahnstation los war…
Jemand hat die Rolltreppen umgepolt, sodass die rechte jetzt nach oben läuft (erkennbar am roten Licht) und die linke (blaues Licht) nach unten, was für allerhand Verwirrung sorgte. Will man zur U-Bahnstation hinunter, läuft man instinktiv zur rechten Rolltreppe, die nach unten führt. Andersherum genauso: Kommt man von unten und will den U-Bahnhof verlassen, rechte Rolltreppe nach oben. Doch plötzlich ist alles umgekehrt.

Was ist hier los? Geheimnisvolle Kräfte, magnetische Felder? Ein schikanöser Streich der BVG, oder versteckte Kamera („Wie konditioniert sind die Berliner?“) … man weiß es nicht. Die meisten Leute liefen gestern jedenfalls spontan lieber Treppen.
Fast fertig sind dafür die neuen Rolltreppen im U-Bahnhof Brandenburger Tor, Ostausgang.

Wollen wir hoffen, dass wenigstens die richtig geschaltet werden. :-)
Es wird eng am Hauptbahnhof. Gleich vier neue Stadtquartiere sollen nun um Berlins neues Glanzstück herum und in der weiteren Umgebung wachsen. Ich werde den Eindruck nicht los, dass so einige die jetzige „Wüste Gobi“ am Ende noch schmerzlich vermissen werden…
Berliner Morgenpost vom 14. 11. 2009:
Neues Quartier am Hauptbahnhof geplant
Samstag, 14. November 2009 16:01 – Von Isabell Jürgens
Mit dem Bauvorhaben „Lehrter Straße“ plant Berlin bereits das vierte Stadtquartier unmittelbar am Hauptbahnhof. Mit einer Fläche von 6,5 Hektar ist das Areal östlich der Lehrter Straße zwar vergleichsweise klein. Dennoch kommt dem Planungsgebiet eine wichtige Rolle zu.
Östlich der Lehrter Straße liegt das neue Entwicklungsgebiet. Dort sollen Wohnungen, Einzelhandel- und Gewerbeflächen entstehenDie großzügigen Freiflächen rund um den 2006 eröffneten, unmittelbar am Regierungsviertel gelegenen Hauptbahnhof haben von Beginn an die Fantasie der Stadtplaner, Politiker, Investoren und Architekten beflügelt. Ungeachtet der Tatsache, dass bislang auf dem Reißbrett schon viel geplant, aber nur wenig gebaut wurde, wird nun den bislang drei großflächigen Entwicklungsgebieten Europacity, Lehrter Stadtquartier und Humboldthafen ein weiteres zur Seite gestellt:
Das mit 6,5 Hektar vergleichsweise kleine Planungsgebiet „Lehrter Straße“. Ihm kommt eine wichtige Rolle zu: Es soll die Großvorhaben „Europacity“ (40 Hektar), „Lehrter Stadtquartier“ (17 Hektar) und „Humboldthafen“ (10 Hektar) mit der gewachsenen Stadtstruktur in Moabit verbinden.Für das heute weitgehend brachliegende Areal östlich der Lehrter Straße wurde jetzt ein Gutachterwettbewerb entschieden, der in der kommenden Woche der Öffentlichkeit präsentiert wird.
Neben dem Planungsamt Mitte sowie dem Haupteigentümer der Flächen, der Vivico Real Estate, waren auch Anwohner in der Jury vertreten. Nach dem Siegerentwurf der Architekten Carpaneto Schöningh und FAT Koehl soll ein Mix aus 300 Wohnungen, Einzelhandel, Gastronomie und Gewerbe, Grünanlagen, ein Stadt- sowie ein Spielplatz entstehen. Das Planungsgebiet soll durch eine Fußgängerbrücke über die Bahntrasse mit der neuen Europacity verbunden werden. Über einen neuen Stadtplatz an der Lehrter Straße soll es zudem einen direkten Zugang zum bestehenden Sportpark Poststadion bekommen.Südlich der Turmstraße wohnen Leute mit viel Geld
Die Sorge, dass angesichts der vielen Baugebiete am Regierungsviertel, die nun um Investoren buhlen, nur noch auf Einzelarealen gekleckert, aber nirgendwo richtig geklotzt wird, teilt Mittes Baustadtrat Ephraim Gothe (SPD) indes nicht: „Das neue Projekt ist alles andere als größenwahnsinnig“. Vielmehr handele es sich bei dem Vorhaben um ein eng mit dem Moabiter Kiez verbundenes „Graswurzelprojekt“, das sich an ganz andere Zielgruppen richte als die Europacity oder auch der Humboldthafen. „Hier werden nicht große Entwicklungsträger angesprochen, sondern kleinere Bauherren oder auch Baugruppen“, ist Gothe überzeugt. Die Entwicklung des Areals werde deshalb auch viel schneller als auf den Nachbararealen voranschreiten: „Hier wird gezielt die Klientel aus der Nachbarschaft angesprochen.“ Und die sei, anders als der Ruf Moabits als Armenhaus Berlins vermuten lasse, durchaus finanzstark. „Südlich der Turmstraße wohnen Leute mit viel Geld, die es allerdings bislang woanders ausgeben“.
Die „Süddeutsche Zeitung“ hatte das Jubiläumsdatum 9. November 2009 jüngst dazu genutzt, Berlin die Verfehlung der selbst gesteckten „euphorischen Pläne“ zu attestieren, sich „als weltweit erste Adresse für neue Architektur“ zu positionieren. Stattdessen sei „rund um den Berliner Hauptbahnhof im Lauf der lokalen Neuplanungen die Wüste Gobi herangewachsen“.*
Einen Vorwurf, den man in der Verwaltung von Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) für ungerechtfertigt hält. „Die Zeiten, wo man wie am Potsdamer Platz große Quartiere innerhalb weniger Jahre bauen konnte, sind vorbei“, räumt ihre Sprecherin Petra Rohland ein. Jetzt müssten die Stadtquartiere eben „organisch wachsen“, und das dauere. Dafür die „lokalen Neuplanungen“ zu diffamieren sei schlicht falsch: „Das Gegenteil ist richtig. Durch unsere Planungen schaffen wir ja die Voraussetzung dafür, dass attraktive Quartiere sukzessiv entstehen können.“
So sieht es auch die Vivico, die neben der Deutschen Bahn AG und dem Land Berlin zu den größten Grundstücksbesitzern im Umkreis des Bahnhofs gehört. „Im Gegensatz zur Revolution am Potsdamer Platz betreiben wir hier eine Evolution“, beschreibt Vivico-Sprecher Wilhelm Brandt. Und die Tatsache, dass noch viel zu tun sei, dürfe nicht den Blick verstellen auf das, was bereits erreicht wurde. „Wir haben den Kunstcampus hinter dem Hamburger Bahnhof als ersten Bestandteil der Europacity gestaltet.“ Die Meininger-Gruppe habe vor wenigen Wochen das erste Hotel direkt am Hauptbahnhof eröffnet. Und in das „Lehrter Stadtquartier“ am Hauptbahnhof komme jetzt richtig Bewegung: Das Mineralölunternehmen Total will im Frühjahr 2010 mit dem Bau eines neuen Firmensitzes beginnen. Geplant ist ein 16-geschössiges Hochhaus.
Anmerkung: Das Total-Haus entsteht auf der anderen Seite der Invalidenstraße.
Demnach gehört es nicht zum Lehrter Quartier, sondern zur „Europa-City“.
Planungszeitraum von 15 Jahren
„Dass es angesichts der Finanzkrise Verzögerungen geben wird, ist klar“, sagt der Vivico-Sprecher. Allerdings sei das Projekt Europacity von vornherein auf einen Planungszeitraum von 15 Jahren angelegt: „Wir haben gerade erst im Mai 2009 den Masterplan für das Gebiet verabschiedet“, sagt Brandt. Hinter dem Hamburger Bahnhof, wo Galerien bereits die Pioniere sind, soll die Stadt der Zukunft entstehen. Entlang der Heidestraße sind auf einer 40 Hektar großen Fläche 1800 Wohnungen, Gewerbe-, Kultur- und Freizeiteinrichtungen geplant.
Am Humboldthafen, wo das Land Berlin derzeit dabei ist, über den Liegenschaftsfonds mehrere Baufelder mit einer Fläche von insgesamt 9,4 Hektar zu vermarkten, ist ebenfalls ein Quartier mit Wohnungen, Galerien und Büros geplant. Als Leuchtturm-Projekt sollte dort die vom Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) projektierte „Berliner Kunsthalle“ wirken. Doch die rot-rote Koalition genehmigte die dafür nötigen Gelder nicht. Nun muss der Humboldthafen ohne dieses Zugpferd auf Investorensuche gehen. „Wir vertrauen darauf, dass die attraktive Lage eine Eigendynamik entwickelt, wenn die ersten größeren Bauvorhaben realisiert sind“, so Petra Rohland.
Die Pläne zum neuen Quartier werden am 24.11. um 18 Uhr in der Stadtmission, Lehrter Straße 68, vorgestellt.
Der einzige Trost: Wir sind in Berlin. Da werden aus 15 gerne schon mal 25 Jahre.
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*Artikel aus der Süddeutschen: „Wurst, Steine, Tränen“ (Vorsicht, vernichtende Kritik ohne Weitblick – Alternativtitel: „Alles Mist“)
Vor kurzem kam das Modell des Bahnhofs, das seit April 2008 im Untergeschoss zu sehen ist, unter die Haube…

…zur (notdürftigen) Reparatur und zur Reinigung.
Nebenbei wurden -endlich- noch ein paar andere Fehlerchen korrigiert.

Zuvor war hier als Ergänzung noch „Lehrter Bahnhof“ zu lesen, wurde nun jedoch entfernt. ,-)
Das Modell ist von 2001, wie ein neu angebrachtes Schild verrät.

Demzufolge hat das Dach schon die „angepasste“ Länge, die Decken im Untergeschoss aber zeigen noch die Vorstellung des Architekten.
Wer den Bahnhof gut kennt, dem werden beim genauen Betrachten des Modells noch einige Feinheiten mehr auffallen, die sich vom Original unterscheiden. Werfen Sie doch am besten selbst einmal einen Blick hinein und vergleichen Sie. :-)

Bahnhofsmodell im Untergeschoss (2008), damals noch ohne Glashülle

Der Hauptbahnhof ist für jeden offen. Entgegen einiger Vorurteile gibt es hier keinen Dresscode oder unerwünschte Personen, die von der Bahn hinaus befördert werden. Hier findet jeder seinen Platz, auch Obdachlose, die bei dieser Kälte wahrscheinlich jedoch eher den beheizten Bahnhof Zoo vorziehen.
Einige gestrandete Neuberliner richten sich hier sogar häuslich ein…

Standort: Nördliches Ende von Gleis 5/6

Da sitzen sie und gurren sich eins – „Hier isses netter als am Zoo!“
Alles schön und gut. Wenn es nur nicht so…beschissen wäre.

Typisch Zugezogene!
Sie kommen wegen des besonderen, alternativen Charmes in einen Kiez, nur um den Kiez dann ihrem gewohnten Bild anzupassen – in diesem Falle, dem gewohnten Bild anderer Berliner Bahnhöfe. ;-)

Fragt sich nur, wann die Kiez-Polizei das Reinigungspersonal das bemerkt – wenn der Berg drei Meter hoch ist? Wenn sie anfangen, die Rolltreppen zu verkrusten wie am Südkreuz?
Sollte nicht der Hauptbahnhof seinen sterilen Charme behalten?
Der ist sicher nichts Jedermann’s Sache. Aber er macht ihn (in Berlin) einzigartig.
Da bleiben der Bahn wohl nur zwei Optionen:
Kiezverteidigung Taubenvergrämungsanlagen oder Assimilierung regelmäßige Reinigung.
Oder: Aus Schaden klug geworden, Teil II
Am Donnerstag kommender Woche (12. November) findet in vielen deutschen Städten zum fünften Mal der „World Usability Day“ statt, unter anderem auch in Berlin.
Der Design-Bote fasst zusammen, worum es hierbei geht:
Software, die nicht das tut, was der Anwender will. Handys, deren Funktionen man nicht versteht. Automaten, die eher verwirren, als zum Ergebnis zu führen. Die Liste ließe sich endlos weiterführen. Das und vor allem wie es auch anders geht, zeigen am 12. November Experten aus der Usability Branche. Mit mehr als 200 Veranstaltungen in über 40 Ländern lädt der fünfte World Usability Day Nutzer und Entwickler ein.
Das klingt interessant.
Und passenderweise sind für dieses Mal auch Workshops im Berliner Hauptbahnhof angekündigt:
Dass nicht nur in der Branche, sondern auch bei den Veranstaltungen selbst Interaktion und Praxisrelevanz groß geschrieben werden, zeigt sich unter anderem an dem Berliner Programm. Hier wird unter dem Motto »Probefahrt Usability« die Gestaltung von Dienstleistungen und Produkten rund um das Thema Reise betrachtet.
Besucher sind dazu aufgefordert sowohl die Mensch-Maschine-Schnittstellen von Fahrkartenautomaten unter die Lupe zu nehmen, als auch den gesamten Prozess einer Reise. In den Workshops, die zum Teil direkt im Berliner Hauptbahnhof stattfinden, können die Teilnehmer Methoden aus Usability und User Centered Design kennenlernen und unter Anleitung vor Ort ausprobieren.
Was mir dazu als erstes durch den Kopf schießt: Längst überfällig!
Die Webseite zum „Usability Day“ in Berlin gibt detailliertere Infos, was so alles auf dem Programm steht. Da wären zum Beispiel:
Orientierung im Bahnhof:
Praktisches User Centered DesignIn dem ganztägigen Workshop „Orientierung im Bahnhof“ gehen wir von einer (fiktiven) Anfrage der Bahn aus, welche die Orientierung und die Interaktion innerhalb des Bahnhofs optimieren möchte, so dass Menschen schneller, angenehmer und fehlerfrei zum Ziel kommen.
Es werden die fünf grundsätzlichen Phasen der nutzerzentrierten Gestaltung (des User Centered Designs) praktisch durchgespielt. Besonderer Schwerpunkt ist das Zusammenspiel von empirischer Nutzerforschung und Gestaltung von Konzeption.Die Phasen sind:
* Phase 1: Briefing, Walkthrough Bahnhof
* Phase 2: Debriefing, Analyse, Lösungsansätze
* Phase 3: Ausarbeitung Lösung
* Phase 4: Vorbereitung Lösungsvalidierung, empirische Validierung Bahnhof
* Phase 5: Auswertung Validierung, Final Solution, Deliverable
Das verspricht ja hochgradig spannend zu werden! Alternativ hätte man sich auch diesen Blog ein paar Mal zu Gemüte führen können (siehe weiter unten) ;-)
Eine besondere Rolle dürften bei diesem Workshop wohl die Touchpoints (Final Solution: Weg damit!) und die Drehtüren (Final Solution: Schiebetüren!) spielen.
„Ich versteh nur Bahnhof“
Die User Experience im Bahnhof wird von weit mehr beeinflusst als dem Fahrkarten-Automaten. In diesem Workshop wird nicht weniger als der ganze Bahnhof zum Spielfeld der Teilnehmer. Was erledige ich wo? Wie komme ich von A nach B? Wieso dauert das so lange? Bei uns kommt der Bahnhof auf den User Experience Prüfstand!
Teil 1: User Experience Research
Katharina WeberIm ersten Teil des Workshops werden sich die Teilnehmer ein Bild der Gesamt-Experience Bahnhof machen und dabei Methoden des User Experience Research kennenlernen. Sie durchleben selbst ein typisches Szenario eines Fahrgastes, der in Berlin umsteigt und in kurzer Zeit ein paar einfache Dinge erledigen will. Die Erlebnisse und Probleme mit Services und Systemen werden von den Teilnehmern dokumentiert.
Teil 2: Anforderungen, Ideen, Prototypen
Milan Guentherm zweiten Teil des Workshops werden die Teilnehmer die gefundenen Erfahrungen und Probleme zu Anforderungen verdichten. Sie untersuchen Benutzer, Business und Technologie als relevante Perspektiven im Design, die sowohl Rahmenbedingungen als auch Potenziale für den Entwurf aufzeigen. Die Teilnehmer werden dann erste Lösungsideen und Konzepte mit Skizzen und einfachen Prototypen umsetzen.
Außerdem wird der Bahnhof dem ultimativen Europäische-Touristen-Kompatibilitätscheck unterzogen. (Gut, dass die Briten per se keine Europäer sein wollen…auf Qype.uk wird unser HBF doch allen Ernstes als „Nightmare“ bezeichnet!)
Nun, da könnte man sich doch eigentlich glatt einmal umsehen bei den bahnhofsbezogenen Workshops am nächsten Donnerstag.
Man ist ja nun so einiges gewohnt an Szenarien und User Experience, aber wenn all das jetzt auch noch künstlich erzeugt wird…man könnte sich doppelt amüsieren. Oder auch nicht.
Lösungsideen und Konzepte hätten wir jedenfalls aufgrund unserer eigenen täglichen Experience Researches gleich eine ganze Sackladung anzubieten.
Ein Wort zur Usability im Hauptbahnhof
Wenn einer eine Reise tut, dann kann er viel erleben, noch mehr wohl aber dann,
wenn er sich dazu hernieder lässt, die Reisenden zu beobachten.
Der Alltag im Berliner Hauptbahnhof ist geprägt durch vielerlei kuriose, liebreizend-komische bishin zu kabarett-tauglichen Situationen, allerdings auch oft genug durch solche, die einen aufgrund ihrer Absurdität und Groteske die Hände über dem Kopf zusammenschlagen lassen.
Das dürfte an nahezu allen Bahnhöfen der Fall sein, doch der Hauptbahnhof in Berlin sticht allein schon wegen seiner Größe und Dimensionen heraus, die so manchen Besucher schlichtweg überfordern. Hier gibt es eben noch mehr von all dem verwirrenden Zeug, das nie funktioniert wenn man es braucht: Mehr Gleise, mehr Rolltreppen, mehr Aufzüge, mehr Automaten, mehr Hinweisschilder…und mehr unnütze Geschäfte und überbordende Leuchtreklame, welche von den Hinweisschildern ablenken. Allerdings, das muss man dazu sagen, auch mehr Raumfreiheit und Überblick, ein absolut offenes Baukonzept, das, wäre all die Werbung nicht, eigentlich eine ideale Orientierung im Bahnpalast ermöglicht. Wie gesagt, eigentlich.
Täglich kommen um die 300.000 Fahrgäste in den Berliner Hauptbahnhof, und man kann ohne zu übertreiben sagen, 50% davon verlaufen sich erst einmal, irren herum, natürlich in Zeitnot, woraufhin die aufkommende Nervosität selbst einfachste Instinkte auszuschalten scheint, was diese armen Menschen vor einer Rolltreppe, einem Aufzug oder einem Orientierungsplan des Gebäudes erstarren lässt, als handele es sich bei ihnen um eine hochkomplizierte mathematische Gleichung mit zehn Unbekannten. So ein Blackout kommt schon mal vor, wenn man schlagartig in eine neue Situation gestoßen wird und nicht genügend Ruhe hat, sich mit den Umständen vertraut zu machen. Wir leben im Zeitalter der Mobilität, und alles geht immer schneller. Deswegen heißt es beim Verreisen mit der Bahn und beim Umsteigen auch stets: Schnell, schnell, den Anschlusszug bekommen!
Neben diesen ganz gewöhnlichen Problemen, die bei jeder Erstorientierung in einer neuen Umgebung auftreten, und inbesondere eben an Bahnhöfen, gibt es diese ganz speziellen Leute, diese besondere Gattung Reisender, bei denen man sich zwangsläufig fragt, wie die den Alltag bewältigt bekommen. Der Berliner Hauptbahnhof scheint solche Zeitgenossen, von denen anzunehmen ist, dass sie sich selbst in einer Telefonzelle verlaufen würden, wie ein Magnet anzuziehen. Sie sind in der Regel extrem kurzsichtig (erkennen den Ausang oder Zugang zu Gleis xy nicht, obwohl sie direkt davor stehen), reichlich großstadt-unerfahren (scheinen nicht zu wissen, wie ein Aufzug, eine Rolltreppe oder eine automatische Tür funktionieren), zeichnen sich aus durch ausgeprägte Verpeiltheit (in welche Etage muss man sich wohl begeben, wenn der Zug von „Berlin Hbf – tief“ abfährt…) und enorme Ungeduld (der Aufzug erscheint nicht nach einer Sekunde? Dann läuft man eben doch Treppen, Hauptsache man hat gedrückt, und ein Fluch auf den „Scheiß Bahnhof“ darf auch nicht fehlen) oder je nach Typus auch enorme Sturheit (kein Gepäck, kein Handicap, aber Aufzug muss sein – ist dieser jedoch außer Betrieb, wartet man trotzdem davor bis man grün wird, lässt sich auch durch andere hilfsbereite Fahrgäste nicht davon abbringen, bis man schlussendlich seinen Zug verpasst…natürlich nur wegen dieses „Scheiß Bahnhofs“, auf den es nun ordentlich zu schimpfen gilt).
Seltsamerweise haben wir bis jetzt noch nie einen Menschen mit Handicap erlebt, der hier, so wie die vermeintlichen „Normalos“, an den Rand der Hysterie getrieben wurde, weil er nicht klarkommt. Nie ist ein Blinder ausgetickt, weil der was nicht gefunden hat, nie hat jemand, der im Rollstuhl oder mit Gehhilfen unterwegs war, sich über den Bahnhof beschwert. Dabei sind gerade diese Menschen angewiesen auf eine reibungslos funktionierende Technik und Orientierung. Selbst wenn der Aufzug mal wieder gefühlte Stunden braucht, bis er ankommt, weil die VeroModa- und McDonalds-Fraktion spazieren fahren muss, statt auf den Treppen was für die Figur zu tun, und bei aller Reizüberflutung jeden in der Kabine befindlichen Knopf gedrückt hat, sodass auf jeder Etage gehalten wird – als Rollifahrer weiß man, wo sich die Alternativen befinden. Es wurde auch schon beobachtet, dass Rollstuhlfahrer gekonnt die Rolltreppen nutzen – Respekt, denn das bekommen nicht einmal die meisten Fußgänger hin!
Menschliches (Hirn-)Versagen ist und bleibt Ursache Nummer Eins, wenn es irgendwo, speziell im Hauptbahnhof, mit der Usability nicht klappt. Natürlich hat auch der Bahnhof selbst seine Tücken. Neben durch Kommerz-Reizüberflutung in den Hintergrund rückenden Infotafeln und -schildern ist auch die Innenarchitektur an einer Stelle besonders unpraktisch: Zu den äußeren Tiefbahnsteigen (1-2, 7-8) gibt es einen seperaten Aufzug, den man erst umständlich suchen muss, da er sich in einem Quergang, hinter einem Geschäft versteckt. Wer das nicht weiß, und auch nicht genügend Zeit hat, es rauszufinden, der hat schlechte Karten, auch wenn er nicht zur unterbelichteten Spezies gehört.
Durch Nachlässigkeit bei Pflege und Wartung der Technik sind darüberhinaus immer wieder defekte Rolltreppen und Aufzüge zu beklagen, und die Drehtüren funktionieren schon mal gleich gar nicht (warum, das haben wir hier erst kürzlich beschrieben).
Darüberhinaus sollte auch der Faktor „Reisende machen anderen Reisenden das Reisen schwer“ nicht vernachlässigt werden. Die weiter oben bereits erwähnten Panoramaaufzug-Spazierfahrer sind nur ein Teil davon, da wären auch noch die „Rolltreppenkiller“ (die absichtlich oder versehentlich den Nothalteknopf betätigen oder der Treppe sonstwie schaden, etwa durch Drauf-Herumspringen), die „Im-Weg-Herumsteher“ (bevorzugterweise vor Treppenzugängen oder auf den schmalen Bereichen der Bahnsteige), und die „Aufzugsextremisten“ (unterteilt in: „Extrem-Rufknopfdrücker“ und „Extrem-Etagenhopper“), die irgendwann die Software abschießen.
Möge der „Usability Day“ mit seinen Workshops also in jeder Hinsicht den Alltag im Berliner Hauptbahnhof erleichtern und für mehr Nutzerfreundlichkeit sorgen!
Einen ersten Schritt hat die Bahn ja bereits selbst getan, und nun wissen wir auch, warum ;-)
Weiterführende Links:
Usability Day in Berlin – Programm
Idiotensicher? – (nicht immer lustige) Anekdoten aus dem hauptbahnhöfischen Alltag (via Gleis 17)
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Es sind ja des Öfteren mal Aufzüge defekt im Hauptbahnhof.
In diesem Fall hängt meist ein kleiner Zettel an der Tür, der die Fahrgäste informiert, dass hier technische Störungen beseitigt werden (selbst, wenn dies gar nicht der Fall ist) und das Personal jederzeit kontaktiert werden kann, da es im Gebäude ist (eine Personenbeschreibung wurde leider vergessen).
Die Zettel sind nicht nur äußerst mickrig, sie werden auch gerne mal einfach so abgerissen.
Da hilft es auch nicht, zwei Stück davon, einen an der Tür, den anderen direkt auf dem Rufknopf, anzubringen.
30% der Fahrgäste betätigen zum Rufen des Aufzugs ohnehin den sich praktischerweise direkt daneben befindenden „Touchpoint“. Und wundern sich, wenn nichts passiert.
Es gibt da auch noch das rote Warnsignal, welches unterm Rufknopf leuchtet, wenn der Aufzug außer Betrieb ist. Aus mehreren Metern Entfernung erkennbar, aber was nützt das jemandem, der nicht weiß, was soll es bedeuten…?
Da stehen dann also gerne mal ahnungslose Fahrgäste vor einem defekten Aufzug, und warten mitunter 10-15 Minuten unter sich anstauendem Frust auf den Aufzug, der nicht erscheint, der sich nicht einmal bewegt. Das fällt natürlich nicht auf, während der Blutdruck steigt und sich Panik ob eines eventuell verpassten Zuges im Fahrgast breit macht, genausowenig wie auffällt, dass es (zumindest für die Gleise 3-6 sowie 11-16) mindestens noch einen weiteren funktionierenden Aufzug sowie zahlreiche Rolltreppen gibt.
Stattdessen wird auf den Knopf gehauen, oder eben auf den „Touchpoint“.
(Und wir vernachlässigen hierbei jetzt mal all diejenigen Bahnhofsbesucher, die überhaupt nicht oder lediglich mit kleinen s.Oliver-Tütchen bepackt, gut zu Fuß und nicht in Eile sind und deshalb nur aus Faulheit oder zum Spaß unbedingt Aufzug fahren wollen! Die stellen gut 65% des täglich zu beobachtenden Aufzugdramas und sind in der Regel die Schlimmsten, die auch bei funktionierenden Aufzügen schon nach 5 Sekunden die Geduld verlieren und entweder hysterisch werden oder sich doch plötzlich der Rolltreppen bewusst… Zu solchen Kandidaten an anderer Stelle mehr.)
Ich möchte nicht wissen, wieviele Leute aufgrund schlichter Desinformation in einer solchen Lage schon ihren Zug verpasst haben.
Irgendwann muss das wohl auch bis zu „DB Station&Service“ durchgedrungen sein.
Denn seit kurzem gibt es eine gar wunderbare Innovation, und idealerweise ist gerade mal wieder ein Aufzug defekt, an dem sie sich einwandfrei vorführen lässt:

Das ist nun wirklich unübersehbar! Übrigens auch für Blinde – das neue Hinweisschild verfügt sogar über Braille-Schrift.
Und warum hat das jetzt 3 Jahre gedauert?
Wenn jetzt noch ein Hinweis erfolgt, dass der Touch Point in einem solchen Fall nicht weiter hilft, und dass es noch weitere Aufzüge und Rolltreppen im Bahnhof gibt…
Dann wäre der Berliner Hauptbahnhof nicht nur barrierefrei, sondern auch fast idiotensicher.
Obwohl, es fehlt dazu noch eine allgemeine Anleitung, wie man Aufzüge und Rolltreppen benutzt. Die wenigsten Leute können sich das selbst denken, so lehren uns unsere täglichen Beobachtungen. Armes Deutschland.
Noch vor einigen Tagen wunderte man sich, was denn da nun schon wieder für Zäune vor dem Bahnhof errichtet wurden – diesmal auch auf dem Washingtonplatz.
Wie jetzt, Europaplatz ist out, geheimnisvolle archäologische Grabungen in der Tiefe, oder ein Käfig für die Teilnehmer der morgigen Demo?
Nein, alles falsch, es ist lediglich ein Zwischenlager, und zwar eines für Sterne.
Welche Sterne? Diese Sterne hier:
Ja, es ist Anfang November – höchste Zeit also für die alljährliche Weihnachtsdeko am Hauptbahnhof, grob geschätzt 200 Leuchtsterne in unterschiedlichen Größen, eigens angefertigt für das Berliner Bahnhofsglanzstück. Diese wurden gestern wieder einmal höchst aufwändig, zunächst an der nördlichen Fassade des westlichen Bügels, angebracht.
Und unsere Industriekletterer kamen auch wieder zum Einsatz :-)

In den nächsten Tagen werden auch die restlichen Frontfassaden der Bügelbauten geschmückt (hier Impressionen von 2008),
und am Ende wird das Ganze dann so aussehen:

(Foto von 2007)
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