Alle Jahre wieder: Chinesisches Neujahrsfest
Der Berliner Hauptbahnhof wird sich demnächst wieder in Little China verwandeln. Zum vierten Mal findet hier das Chinesische Neujahrsfest statt,
organisiert von der “Werbegemeinschaft Berlin Hauptbahnhof” und unterstützt durch die chinesische Botschaft sowie das Kulturministerium der VR China.
Es erwarten uns wieder ein bunter Mix aus musikalischen, tänzerischen und artistischen Darbietungen in farbenfrohen Kostümen, viel Getrommel und lustige Glücksdrachen, sowie natürlich der obligatorische Kunstmarkt im 1. Untergeschoss. Der Bahnhof wird wieder nett dekoriert, und selbstverständlich gibt es zum Abschluss auch wieder ein fulminantes chinesisches Feuerwerk auf dem Washingtonplatz.
Showprogramm:
Do. 11.02. 14-18.00 Uhr
Fr. 12.02. 14-18.00 Uhr
Sa. 13.02. 14-18.30 Uhr
Großes Abschlussfeuerwerk am 13. Februar um 18.30 Uhr
Vorbeikommen lohnt sich, der Eintritt ist frei!
Bahnhof trägt Rot
Unübersehbar dieser Tage:
Das Chinesische Neujahrsfest im Hauptbahnhof steht wieder bevor.
Die Dekoration ist wie immer wunderbar auf die Architektur abgestimmt.

Und dennoch hängt man sie jedes Jahr ein wenig anders auf…

2008 und 2009 gab’s hier minimale Unterschiede.
Mehr Deko und erste Eindrücke vom Fest noch diese Woche.
Intime Einblicke
Kurios. Wie es aussieht, bekommt der geneigte Bahnhofsbesucher doch tatsächlich einen guten Einblick ins stille Örtchen der Bahnmitarbeiter, die bald ihre Büros in den Bügelbauten beziehen. Live dabei sozusagen, wenn große Geschäfte gemacht werden. :-)
Gut für die Bahnleute, schade für uns, dass die Fassade so oft von Werbebannern verdeckt ist.
Mehr Eindrücke von den fast fertigen und teils sehr beeindruckenden Büroräumen gibt es demnächst!
“Aus Sicherheitsgründen…
“Kathedrale des Verkehrs”
Ein weiteres wunderbares Fundstück:
Bauhistoriker und Architekturkritiker Falk Jaeger stellt im Goethe-Institut unseren Hauptbahnhof mit treffenden Worten vor:
Die Errichtung eines völlig neuen Zentralbahnhofs in einer Metropole ist eine wahrlich seltene Bauaufgabe. Derzeit geschieht das nur in chinesischen Millionenstädten.
Hier im Hauptbahnhof Berlin ist alles übersichtlich und schwelgt in Licht, tagsüber wie bei nächtlicher Illumination. Das Aus- und Einfahren der eleganten Triebzüge gehört zur Inszenierung des Raumes. Sogar von der Viaduktebene aus ist es möglich, einen Blick auf die im Untergrund verkehrenden Züge zu erhaschen, denn der Raum öffnet sich bis hinab in die Unterwelt und sorgt für Tageslicht selbst im Tiefbahnhof.
So ist es beim neuen Berliner Hauptbahnhof gelungen, dem Ort das Fluidum des Reisens, wie es Bahnhöfen immer zu eigen war, zu geben. Der Berliner Hauptbahnhof ist zu einem neuen Wahrzeichen geworden, mit hohem Identifikationswert für Einheimische und großem Wiedererkennungswert für Fremde.
Allerdings mutet es seltsam an, sich nach diesem absoluten Lobgesang auf des Bahnhofs einzigartige Architektur zu fragen, warum er denn noch nicht zugebaut ist.
Die Fremden, die aus den Pforten des Hauptbahnhofs der deutschen Hauptstadt treten, werden sich also noch lange die Augen reiben und sich fragen, wo denn die aufstrebende, pulsierende Metropole sei, von der sie gehört hatten.
Alles in allem ein lesenswerter Artikel – besonders für (die ewigen) Kritiker.
Hauptbahnhof und Handelsplatz
Einkaufsbahnhöfe, Shoppingcenter mit Gleisanschluss.
(in Berlin neuerdings sonntags dicht)
Längst schon hat diese “Mode” der Umgestaltung von Bahnhöfen zu urbanen Zentren, Orten des Konsums, aber auch der Kultur und des Wohlfühlens sich in Deutschland etabliert.
Einen interessanten Bericht zum Thema gibt es in der aktuellen Online-Ausgabe der TV-Zeitschrift “Prisma”:
Der neue Berliner Hauptbahnhof, die denkmalgerecht sanierten Hauptbahnhöfe in Dresden und Frankfurt oder der derzeit modernisierte Düsseldorfer Hauptbahnhof – Belege gibt es zuhauf. Aber auch die grunderneuerten Hauptbahnhöfe von Köln und Leipzig stehen beispielhaft dafür: Köln, das Drehkreuz des Westens, und Leipzig, der größte Kopfbahnhof Europas.
(…)
Die großen Bahnhöfe entwickeln eine Eigendynamik und ziehen nicht nur Reisende an. Der eine fährt zum Bahnhof, weil der Frisör dort bis 22 Uhr geöffnet hat, 365 Tage im Jahr. Der andere besucht Events wie Mode-Nacht, Insektenschau, Talkrunde und demnächst das Public-Viewing zur Fußball-WM. Und dann sind da die Genießer. Sie erfreuen sich an der Geschäftigkeit eines Ortes, der niemals schläft, schlürfen ihren Caffé Corretto und lassen sich treiben.
Der moderne Bahnhof – nur mehr ein Shoppingzentrum mit Gleisanschluss? Manchem Eisenbahn-Puristen ist das ein Dorn im Auge. Aber wer will schon zurück zu den ungastlichen Schmuddelplätzen von einst?
Winter und kein Ende
Der strenge Winter fordert seinen Tribut. Auch an Berliner Bahnhöfen.
Der Bahnhof Südkreuz hat sich jedenfalls keinen Gefallen damit getan, einige Lüftungsklappen der Ringbahnhalle trotz Kälte geöffnet zu halten und auszutesten, wieviel (Schnee-)Gewicht diese vertragen.

Frost und Schneemassen ließen die Scheibe zerspringen. :-(
Wieviele Monate will das Facility Management eigentlich noch Urlaub machen?
Die Klappen stehen seit Herbst 2009 offen. Bei Wind und Wetter.
Von den defekten Automatik-Türen am Südeingang wollen wir gar nicht erst anfangen.
Dummheit
In einem Artikel der “Jungen Welt” zum Umbau des Stuttgarter Hauptbahnhofs, besser bekannt als “Stuttgart 21″, heißt es:
Tausende Gleiskilometer wurden seit der »Bahnreform« genannten Umwandlung des laut Grundgesetz dem Gemeinwohl verpflichteten Staatskonzerns in ein Spekulationsobjekt stillgelegt. Dafür wurden hochgradig unfunktionelle Tempel wie der Berliner Hauptbahnhof – noch immer eine Architekturruine – errichtet und jede Menge Tunnel durchs Land gebuddelt.
Ah ja. Ein bisschen Polemik schadet bekanntlich nie und hilft, über Ahnungslosigkeit und nicht vorhandene Argumente hinwegzutäuschen. Der Artikel im typischen Anti-Bahn und Anti-Großprojekte-Ton ist ein Fundstück aus dem Stattweb-Portal (denn die ach so antikapitalistische Junge Welt verlangt fürs Lesen vieler Artikel ein Online-Abo!).
Dort hat man ihn auch gleich mit der passenden Überschrift garniert:
“Dummheit täte gar nicht so weh, wenn man nur die Klappe halten könnte.”
In diesem Sinne…
Morgenpost: Epic fail
Die Berliner Morgenpost scheint, was Berliner Bahnhöfe betrifft, noch immer nicht den rechten Durchblick zu haben. Folgender Artikel sprang mir in der gestrigen Online-Ausgabe ins Gesicht:

Screenshot von morgenpost.de – vollständiger Artikel ist Paid Content
Das auf dem Bild ist nicht nur nicht der Berliner Hauptbahnhof , es ist überhaupt kein Berliner Bahnhof. (Sieht eher nach Dresden Hbf aus)
Aber das macht gar nichts. Schließlich besteht zwischen dem beschriebenen Chaos aufgrund verkürzter, überfüllter Züge und dem Berliner Hauptbahnhof ja auch nicht der geringste Zusammenhang! Die Überschrift sowie der Inhalt haben somit schon fast Tagesspiegel-Niveau. Traurig, aber auch nicht all zu sehr, sind doch die meisten Online-Angebote der Morgenpost seit kurzem ohnehin nur noch gegen Bezahlung erhältlich.
Memo an die Morgenpost-Onlineredaktion:
Falls Sie Bilder vom Berliner Hauptbahnhof benötigen (Der Verdacht, dass bei Ihnen daran offenbar ein Mangel besteht, drängte sich uns ja schon mehrfach auf), bedienen Sie sich ruhig hier im Blog! Alle Bilder unter CC-Lizenz. :-)





















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