Sparkurs
Die Bahn spart an allen Ecken und Enden.
Die S-Bahnen sind unpünktlich, zu kurz und fallen bald auseinander, der Service bleibt auf der Strecke.
Und was sowieso auf der Strecke bleibt, aber schon fast keinem mehr auffällt: Die Sauberkeit.
Ob das eine Folge des rigiden Sparkurses ist, steht (zumindest an größeren Bahnhöfen) zur Debatte.
Personal ist ausreichend vorhanden, auch an Equipment fehlt es nicht. Ähnlich wie beim Sicherheitsdienst (Objektschutz) wird hier vorrangig eines gespart, nämlich Arbeit.
Selbst der ach so sterile Hauptbahnhof ist gar nicht so blitzeblank,
wie er oberflächlich betrachtet erscheinen mag:



Macht mir nichts vor – ihr habt gewisse Gerätschaften, mit denen ihr überall herankommt
(zum Beispiel zwecks Anbringens von Werbung), also auch dort!
Drinnen wird notdürftig geputzt, immerhin, neulich wurde sogar mal die Hundepisse von einer Säule entfernt, was nicht selbstverständlich ist.
Alles, womit der Fahrgast in unmittelbare Berührung tritt (Geländer, Sitzbänke), ist einigermaßen sauber.
Soweit, so gut?
Nein, uns reicht das nicht. Im Grunde erinnert das Putzverhalten im Hauptbahnhof (von Südkreuz spreche ich hier lieber nicht) an Kinder, die ihr Zimmer aufräumen sollen und notgedrungenerweise alles kurzerhand
unter den Teppich kehren.
Den schönen Schein gewahrt, aber wehe, man sieht genauer hin.
Die Staubflusen auf dem Fußboden werden im Grunde genommen immer nur hin und her oder in die Ecken geschoben. Vorbei die Zeit, als man im HBF noch vom Boden essen konnte..
Über einige der Holzlehnen im Untergeschoss, auf die sich Besucher auch gerne mal flezen, enthüllten wir vor kurzem doch recht ekelhafte Details, oftmals liegen tagelang auch
Essensreste oder anderes undefinierbares Zeug drauf. Trotzdem fühlt man sich im Innern des Bahnhofs dann doch noch wohler als draußen – man muss immerhin noch nicht fürchten, sich wie am Südkreuz bei einer ganz normalen Rolltreppenfahrt mit Taubenkot zu beschmieren.
Draußen auf den Treppenstufen möchte man schon gar nicht mehr sitzen.
Und mir persönlich kommt es hoch, wenn ich die Pfeiler betrachte:
Stinkend und triefend vor Urin!
Ebenso die Fassade an vielen Stellen, ganz zu schweigen von dem öffentlichen WC schlechthin,
den Eingängen der Bügelgebäude
(die Bewegungsmelder waren eine nette Idee, aber haben nicht viel gebracht):


Ich erinnere mich an eine Zeit, da wurde das Gebäude von außen sowie die Treppenstufen regelmäßig abgekärchert…
Wer einen Eindruck gewinnen möchte, wie das Glasdach des HBF bald aussehen wird, kann sich den Bahnhof Spandau zu Gemüte führen. Dessen Dach hat in den letzten Jahren eine schöne braune Tönung erhalten, weil auch hier nichts getan wurde.
Da stimmt es doch ungemein optimistisch, dass unser Filius mit seinen neuen Borsten noch immer auf dem Bahnhofsdach schlummert.

Gestern machte er dann zwar mal einige Testumdrehungen, aber irgendwas schien wieder nicht zu klappen… :-(
Man kann an Arbeit auch vorbei laufen!
Nachlässigkeit, Halbherzigkeit, Gleichgültigkeit.
Das ist scheinbar die neue Formel der DB Station&Service AG.
Der HBF ist hier nur die Spitze des Eisbergs, denn vielen kleineren Stationen geht es (im wahrsten Sinne) noch dreckiger. Aber was erwartet man, wenn nicht einmal die „Vorzeigebahnhöfe“ zu schaffen sind?
Und irgendwie mag man nicht recht glauben, dass es am lieben Geld liegt – es ist ja alles vorhanden: Personal, Arbeitsgeräte und -mittel… nur der gute Wille nicht!









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