Seit Wochen schon steht man am Hauptbahnhof sonntags größtenteils vor geschlossenen Geschäften.
Nur noch “Reisebedarf” – unzureichend definiert – darf hier verkauft werden.
Auf Drängen von Verbraucherschutzsenatorin Katrin Lompscher (Linke) und der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di toleriert der Senat den bisher lockeren Umgang mit dem Ladenöffnungsgesetz hier seit kurzem nicht mehr.
Die Folge für die meisten Läden waren Umsatzeinbußen und Verlust von Arbeitsplätzen – ganz zu schweigen vom (scheinbar sichtlich angestrebten) Imageverlust für den Hauptbahnhof.
Die Werbegemeinschaft Berlin Hauptbahnhof will sich nun zur Wehr setzen.
Mit Aushängen appelliert sie an Berliner und Besucher, sich für eine Ausnahmeregelung einzusetzen.
Immerhin ist der Berliner Hauptbahnhof die Visitenkarte einer Stadt, die sich selbst als “Weltstadt” verstehen möchte.
Und warum sollte hier nicht gelten dürfen, was am Flughafen Tegel und am Berliner Ostbahnhof problemlos möglich ist?
Alle, die hierin ebenfalls nichts als eine Provinzposse erkennen und den Sonntagsverkauf im Hauptbahnhof unterstützen, sind herzlich dazu eingeladen, am Donnerstag, Freitag und Samstag die Infoveranstaltungen der Werbegemeinschaft in den Bahnhöfen Alexanderplatz, Friedrichstraße und Hauptbahnhof zu besuchen und ihre Unterschrift abzugeben.
Update:
Der erste Aktionstag – nicht viel los am Hauptbahnhof.
Sollte man die Sache lieber auf Sonntag verlegen?
Schicken Sie Postkarten an Frau Lompscher!











KLASSE!
Die Initiative find ich richtig gut!
Ich mach auf jeden Fall mit !!!!!
Auch wenn mir persönlich der Supermarkt dort reicht, wenn ich am Sonntag Proviant kaufen möchte – was auch Friedrichstr. oder Südkreuz geht (oder am Ostbahnhof, wo ich bestätigen kann, dass sonntags ALLE Geschäfte geöffnet haben), finde ich es ein Unding, dass ausgerechnet am HBF, der die Reisenden aus aller Welt empfangen soll (und es mit Bravour tut), sonntags alles dicht ist.
Wer bestimmt denn, was Reisebedarf ist?
Diese Regelungen basieren aus Anno-Backstein und sind längst überholt.
Geschrieben von Bricky | April 21, 2010, 01:30Mich würde nur interessieren, ob die Shops in dem “Hotel- und Kongresszentrum” das nebenan gebaut wird, am Sonntag auch schließen müssen.
Geschrieben von B-like-Berlin | April 21, 2010, 10:05rbb online zum Thema:
http://www.rbb-online.de/nachrichten/wirtschaft/2010_04/laeden_kaempfen_fuer.html
Auch die Abendschau hatte nen Beitrag dazu.
Geschrieben von central station | April 21, 2010, 19:10@ B-like-Berlin:
Ja, gute Frage!
Eigentlich gibts ja das olle Sonntagsverkaufsverbot, aber ich finde, dass Bahnhöfe ausgenommen werden sollten. Gerade hier in Berlin muss man da Offenheit zeigen!
Ich frag mich in diesem Zusammenhang echt im Ernst, warum keine Schelte beim Ostbahhof kam/kommt (Nix gegen den Bahnhof, den find ich gut!!). Vielleicht geht olle Lompscher da selbst Einkaufen und hält daher die Klappe.
Sollte es echt an EINER Person scheitern, ob die Läden im HBF öffnen dürfen?
Na, das wäre echt ein Armutszeugnis!
Geschrieben von Bricky | April 21, 2010, 19:22Meine Frage war nicht ohne Überlegung gestellt. So wie ich Berlin kenne, halte ich es für denkbar, dass sich der Investor ausbedungen hat, dass die Läden in seinem Komplex geöffnet sein dürfen, die im Hauptbahnhof aber nicht.
Geschrieben von B-like-Berlin | April 21, 2010, 19:28@ B-like-Berlin
Das würde mich auch nicht wundern.
Geschrieben von central station | April 21, 2010, 19:48Könnte nicht jeder Laden zusätzlich ein Standard-Minimal-Sortiment an “Reisebedarf” führen und somit die Regelung umgehen?
Geschrieben von MrBean | April 22, 2010, 06:31Ob ein Minimal-Sortiment ausreichen würde, um überhaupt öffnen zu dürfen, weiß ich nicht – ich denke es muss mindestens 50% sein. So wie bei Rossmann, die dürfen öffnen, müssen aber einen Teil ihrer Regale bzw Gänge absperren (völlig albern).
Geschrieben von central station | April 22, 2010, 10:28Unsere weltfremde Frau Lompscher hält noch immer an ihrer fadenscheinigen Begründung fest:
“Man könne einen Bahnhof nicht mit einem Flughafen vergleichen, wo einem das Gepäck abhanden kommen kann…”
http://www.b2b-deutschland.de/berlin/region/detail_ddpb2b_2719416650.php
Facepalm!
Übrigens hat das Thema nun auch den Tagesspiegel erreicht:
http://www.tagesspiegel.de/berlin/sonntagsverkauf-im-hauptbahnhof-senat-bleibt-hart/1806778.html
Schaun wir doch mal, was da so an Kommentaren folgt. Ich habe schon gepostet. :-)
Geschrieben von central station | April 22, 2010, 18:32tja, deine kommentare werden immerhin veröffentlicht. meine seit dem relaunch nicht mehr. auch sind etliche ältere kommentare verschwunden. der tsp resp das forum war schon immer **** aber seit kurzem kannste den ja echt vergessen.
zum thema:
hier n beitrag aus tv berlin – klasse wie ich finde
http://www.tvbvideo.de/video/iLyROoafvn5x.html
Geschrieben von bisc | April 24, 2010, 10:58@ MrBean:
Die Idee sollte man verbreiten. Es würden theoretisch Postkartenständer reichen.
Aber dann würde es vielleicht überall so aussehen wie bei Rossmann – außer dem Allernötigsten ist alles gesperrt :-(.
Darf ich mal ausfallend werden?
Dieser blöden Tusse würde ich gerne mal einen richtig-kräftig-fetten Arschtritt vom Feinsten verpassen!
Aber vorher das Maul zukleben, damit die keinen Mist mehr verbreiten kann …
Geschrieben von Bricky | April 22, 2010, 20:39Hast Du ihr auch schon ne Karte geschrieben? Hoffentlich mit freundlicherem Text :-)
Geschrieben von central station | April 22, 2010, 21:57Yo, hab gleich am ersten Aktionstag eine Karte ausgefüllt.
Der Text war ja schon fertig, bin also brav gewesen :-))
Geschrieben von Bricky | April 24, 2010, 19:52