Der erste Klick führte gottlob auf die Meldung der Berliner Morgenpost, die den heutigen Feueralarm im Hauptbahnhof glücklicherweise schon als einen Fehlalarm herausstellte.
Immer diese Beinahe-Herzinfarkt-News:
Herrenloser Koffer am Hauptbahnhof gefunden, Bahnhof gesperrt. Polizeieinsatz am Hauptbahnhof. Unwetter-Einsatz am Hauptbahnhof. Feueralarm am Hauptbahnhof. Bahnhof teilweise geflutet. The roof is on fire.
Und jedes Mal denkt man, das ist jetzt wirklich was Ernstes, wenn Twitter nur so vor Meldungen überquillt, und eine schrecklicher als die andere klingt.
Dabei ist das alles eigentlich Gewohnheit. Hier steht alle paar Wochen mal ein vergessenes Gepäckstück rum, hier wird alle paar Monate mal ein mehr oder weniger spektakulärer Fehlalarm ausgelöst, den der Großteil meistens nicht mal mitbekommt, da den meisten Leuten das spezifische Verhalten des Gebäudes bei Feueralarm nicht bekannt ist – erst vorgestern fuhr die Feuerwehr, wie in den meisten Fällen völlig unkommentiert, hier wieder mit zwei Wagen heran, und unsereins hatte schon vorher Verdacht geschöpft, als seltsamerweise wieder mal alle Aufzüge zugleich im Erdgeschoss hielten und sich dort für kurze Zeit nicht mehr vom Fleck rührten.
Selten machen die Medien so einen Aufruhr – über die Brandschutzübungen, die häufig durchgeführt werden, dürften sie ja intern informiert sein.
Gut und richtig ist, dass die Feuerwehr schnell und voll ausgerüstet bei jedem angebrannten Burger am Bahnhof vorfährt.
Wie aber sämtliche Medien, und jeder will hier wieder der Erste mit der Exklusivmeldung sein, nun schon wieder einen neuen Skandal (t)wittern, auf dessen reißerische Ausschlachtung sie schon eifrig geifern, das ist inzwischen nur noch peinlich.
Zurückgehalten hatte sich auf Twitter der Tagesspiegel. Das ist erstaunlich und erfreulich.
Und zum Schluss noch ein Wort hierzu:
Was arbeiten da eigentlich für Leute am Gebäude? Da gehen bei Bauarbeiten gerne mal Scheiben zu Bruch, platzen Wasserrohre, kokelt irgendwas an, oder es wird nicht vorgewarnt, dass bei einigen anstehenden Arbeiten evtl. Rauch entstehen könnte. Die Bahn scheint nicht mal zum Ausbau ihrer eigenen Büros auf Sorgfalt und Qualität zu setzen…








Zu “zum Schluss”:
Es ist leider “normal”, dass sich die Gewerke nicht absprechen und dadurch
Chaos entstehen kann. Vorwarnungen wegen Brandschutzübung ??? Na, da ist eher ein Latte M. dabei – will sagen: “Gibts nicht!”
Geschrieben von Bricky | Juni 23, 2010, 19:55Vorwarnungen wegen der Dacharbeiten waren gemeint. Sodass die Büromitarbeiter (die den Alarm ausgelöst haben) gewusst hätten was Sache ist.
Erinnerst Du Dich neulich an die Brandschutzübung? (Link)
Da haben die Medien auch keinen Aufruhr gemacht, also waren die irgendwie informiert, dass es ein künstlicher Alarm war.
Heute Morgen/ Mittag stand der Newsticker hingegen gar nicht mehr still.
Immerhin haben wir hier heute nen neuen Besucherrekord. :-)
Geschrieben von central station | Juni 23, 2010, 20:23