Es ist ja zuweilen ganz amüsant, was mancher so aus dem Hut zaubert, um seine Bedenken bezüglich eines Neubauprojekts argumentativ zu bekräftigen.
Nach Ansicht eines Stuttgarter “Parkschützers” soll nun ein Vorfall am Berliner Hauptbahnhof Zweifel bezüglich der Verlegung des neuen Stuttgarter Hauptbahnhofs unter die Erde schüren. Es wäre auch fast überzeugend, wenn nicht zur Untermauerung des Geschriebenen zwei Links gesetzt worden wären, in denen sich das Ganze doch etwas anders darstellt als es einigen vielleicht ins Konzept gepasst hätte.
Der “Normalo-Bürger” weiß also etwas vom 1. Dezember zu berichten, was an diesem Tag gar nicht stattgefunden hat.
Die Sperrung dauerte also drei Tage. Seltsam, dass schon am nächsten Tag wieder Züge fuhren.
Sämtlicher Zugverkehr musste also über die S-Bahngleise abgewickelt werden – wo fuhr eigentlich die S-Bahn in dieser Zeit, und warum wurden nicht einfach die restlichen Fern- und Regionalbahngleise im Obergeschoss des HBf genutzt?
Ob der besagte Normalo-Bürger sich auch dazu geäußert hat?
Man könnte jetzt auch noch darüber diskutieren, ob es nicht ein Vorzug des Berliner HBf ist, dass im Ernstfall der Verkehr über die Ost-West-Trasse, bzw aufgrund des neuen und viel leistungsfähigeren Bahnkonzepts über andere Fernbahnhöfe umgeleitet werden kann, was der Link zum Ostkreuz-Vorfall mit der Sache zu tun hat, oder was beides eigentlich mit Stuttgart 21 zu tun hat….
Schlagkräftige Argumente gegen den Bau von Stuttgart 21 gibt es wohl zur Genüge. Es besteht also keine Notwendigkeit, sich welche zurechtzubasteln. Es sei denn, die existenten Argumente wären aus irgendeinem Grund nicht haltbar…









Huch, ich wusste nicht, dass es sich bei dem Parkschützerverein da eigentlich um nen Geheimverband von Objektophilen handelt, die gemeinsam Blitz-Aktionen planen:
(Das war jetzt einfach zu provokant, um es nicht zu kommentieren! :-)))))
Geschrieben von central station | Juli 26, 2010, 12:35ROFL
das wär doch mal ne aktion für uns, wenn der meermannklopps tatsächlich mitsamt in den bahnhof dringendem skywalk gebaut wird!
besonders arm finde ich bei den parkschützerleuten, dass die es offenbar nötig haben, den traurigen vorfall bei der loveparade für ihre zwecke zu nutzen. der hat mit dem neuen stuttgarter bahnhof so viel zu tun wie ne kuh mit der mondlandung, und trotzdem nehmen die den als argument. isses schon so schlimm bestellt um deren überzeugungskraft?
Geschrieben von bisc | Juli 26, 2010, 22:00Arm oder nicht, da unten gehts rund:
http://nachrichten.t-online.de/mehrere-hundert-stuttgart-21-gegner-besetzen-hauptbahnhof/id_42373968/index
bzw
http://zughalt.de/stuttgart-hbf-durch-stuttgart-21-gegner-besetzt/comment-page-1/
Am wichtigsten: “Es soll keine Sachbeschädigungen gegeben haben” – wär ja auch noch schöner, einen Bau zu beschädigen, für den man kämpft.
Was die S21-Gegner imho von den meisten “Anti”-Leuten unterscheidet: Sie haben Konzepte. Ihre Alternative heißt K21, dh der Bahnhof wird schon modernisiert, aber das Kopfbahnhofkonzept soll erhalten bleiben.
(Inwiefern das tatsächlich sinnvoller ist, kann ich mangels Stuttgart-Kenntnissen nicht beurteilen)
Und sie kämpfen für den Erhalt des historischen Bahnhofsgebäudes (“Meisterwerk der Architektur”…hmm, nun gut, sagen wir einfach, es ist sehr charismatisch ;-)). However, wer für nen Bahnhof kämpft, der hat unsererseits doch schon mal einige Sympathiepunkte sicher, oder?
Mehr hier:
http://www.kopfbahnhof-21.de/
Hatte ja auch zuerst so meine Vorurteile, doch es lohnt sich, sich damit mal auseinanderzusetzen….
Geschrieben von central station | Juli 27, 2010, 00:27Soweit ich weiß wird das alte (oberirdische) Bahnhofsgebäude nicht abgerissen oder so – es wird unterirdisch ein neuer Bahnhof entstehen.
Warum also der ganze Stress ?
Und: Der nette Parkschützer sollte besser sein Gebiet ablaufen und sich nicht in fremde Gefilde mischen :-).
Geschrieben von Bricky | Juli 30, 2010, 19:32Ein Blick in obigen Link könnte hilfreich sein.
Vom alten Bahnhof werden die Seitenflügel abgerissen (der Bau also “verstümmelt”), und der Park (= Schlossgarten) wird auch in Mitleidenschaft gezogen. Darum Parkschützer. Hinzu kommt, dass das Kopfbahnhofprinzip als leistungsfähiger gilt, der neue Bahnhof wird nur noch acht Gleise haben. Und so weiter…
Nachtrag
Auf Twitter versucht man derweil, unseren Bahnhof hier mit reinzuziehen:
Leute, lasst es einfach, okay?
Geschrieben von central station | Juli 30, 2010, 19:40Die spinnen doch, die stuttgarter. Jetzt ist schon Polizeischutz erforderlich für die Bauarbeiter die nur einen Zaun errichten!
Geschrieben von Anonymous | Juli 30, 2010, 23:06Es ist manchmal echt zum Backsteinbröckeln mit den Leuten hierzulande …
Die tun so, als würde der alte Bahnhof zerstört werden. Dem ist nicht so.
Und sie haben “Angst” vor Neuem, was irgendwann auch alt ist.
Zudem wird ein neues Verbindungskonzept umgesetzt …
Jede/r Reisende möchte, dass alles funzt und pünktlich ist / dass Verbindungen verbessert werden.
Wenn das realisiert wird, und dafür Änderungen nötig sind, sind sie jedoch am Meckern, weil es ersteinmal neu und ungewohnt ist.
Das ist sehr anstrengend :-(.
Geschrieben von Bricky | Juli 30, 2010, 23:19Stell Dir vor, unserem HBF würde man die Dächer abmontieren (also ganz ;-)) oder die Bügel “zurückbauen”. Wärste da nicht auch mit dabei, das zu verhindern?
Die meisten zweifeln darüberhinaus an der Leistungsfähigkeit des neuen Tiefbahnhofs. Aus nem Bahnhof mit 17 Gleisen und Ausweichmöglichkeiten wird ein “Flaschenhals”, es wird Engpässe geben, so die Argumentation.
Gegen Veränderungen sind die meisten nicht grundsätzlich , sie haben ja das Alternativkonzept K21 entwickelt, das auch eine Modernisierung & Erneuerung des Bahnhofs vorsieht.
Geschrieben von central station | Juli 30, 2010, 23:35Mal lesen: Interview zu Stuttgart 21 und generell zu Stadterneuerung:
Die Angst vor dem Heimatverlust
Sehr interessant, und lässt sich auch gut auf Berlin übertragen.
Auch das kennen wir ja irgendwoher. Wenn die Leute ihre Sündenböcke nicht hätten….
Geschrieben von central station | August 11, 2010, 10:11Och nöööö…..
http://twitpic.com/2em2gc
Kann mir einer sagen was Berlin damit zu tun hat? Wird der Bau jetzt neuerdings hier entschieden? Ob die Kanzlerin, die sich im Urlaub befindet, ein plötzliches Machtwort gegen Stuttgart21 sprechen wird, wenn im HBF mit Vuvuzelas rumgetrötet wird?
Nee, im Ernst. Protest ist schön und gut, aber hier mal komplett fehl am Platz.
Geschrieben von central station | August 14, 2010, 13:27Würde denen gerne schreiben, dass es die Einwohner hier langsam NERVT,
dass ständig alles nach Berlin geholt wird, auch wenn es keinen Bezug hat
und irrelevant für die Stadt ist.
(Vielleicht liest es hier jemand von denen – hab einfach keinen Bock, mich da zu registrieren und bla …)
Bei allem Verständnis – es stresst einfach nur noch!!!!!
Geschrieben von Bricky | August 15, 2010, 18:24Werde nen eigenen Artikel dazu ansetzen.
Das Argument ist wohl, dass auch wir S21 bezahlen. Die Schwaben kommen sicher nicht extra angereist für 60 Sekunden, ich denke die Leute die das machen sind schon von hier.
Dennoch, bei allem Verständnis, wenn in einem neuen (teuren) Bahnhof gegen einen neuen (teuren) Bahnhof Krach geschlagen wird, hat das nen faden Beigeschmack.
Hier noch was dazu:
http://bit.ly/cmkH1q
Geschrieben von central station | August 15, 2010, 19:30