Eine besondere Form von Kundenstopper hat die Bahn am Hauptbahnhof installieren lassen: Die gemeine Karussell- oder Drehtür. Gemein wie sie ist, dreht sie sich nur dann, wenn sie Lust dazu hat, und dann auch nur in der von ihr präfererierten Geschwindigkeit, die garantiert nicht der eines eiligen Reisenden entspricht.
Täglich kommt es dutzendfach zu ähnlichen Szenen: Menschen mit unterschiedlichem Gehtempo verteilen sich in einer gemächlich schleichenden Drehtür, einigen geht es jedoch nicht fix genug, sodass diese die Tür anzuschieben versuchen. Weil sich so eine Drehtür das aber nicht bieten lässt, bleibt sie natürlich abrupt stehen. Und wenn dann auch noch gemosert wird, tritt die Tür gänzlich in den Streik und nimmt die Menschen in ihr als Geiseln. Die unfreiwillige Gefangenschaft kann mehrere Minuten dauern, beim auf dem Foto festgehaltenen Vorfall musste gar ein Befreiungskommando von Bundespolizisten hinzu eilen.
Drehtüren und Menschen vertragen sich nicht, das weiß jeder, der mal das ein oder andere Shoppingcenter besucht hat. Auch die Bahn hätte wissen können bzw sollen, dass gerade an stark frequentierten Orten wie Bahnhöfen, insbesondere Hauptbahnhöfen der zentralen Art, solche Drehtüren kein Beitrag zum schnellen und bequemen Reisen sind. Sie dienen eigentlich der Barrierefreiheit für Rollifahrer, Kinderwagen oder Gepäckbeladene, sind in der Realität jedoch eine zusätzliche Barriere für alle.
Am Hauptbahnhof Berlin drehen sich die Türen immerhin nur in der Winterzeit, wohl um weniger kalte Luft in das (von allen Seiten offene) Bahnhofsgebäude zu lassen, im Rest des Jahres kommt die praktischere und kundenfreundlichere Alternative zum Einsatz: Die automatischen Schiebetüren. Diese funktionieren tadellos, sind effizient und barrierefrei. Es bleibt die Frage, warum das Bahnhofsmanagement es nach all den Erfahrungen (immerhin erfordert die Drehtürvariante auch häufigere Reparaur und Wartung) nicht ganzjährig dabei belässt. Der Vorteil an dieser “Zwei-in-Eins”-Konstruktion ist, dass hier nichts aufwändig umgebaut werden muss. Ein funktionaler Mangel, und das sind diese Drehtüren bei aller optischen Eleganz leider nun einmal, der sich quasi im Handumdrehen beseitigen lässt.








Obwohl ich das Ensemble der sich drehenden Karusseltüren sehr beeindruckend finde stimme ich der Kritik völlig zu. Die Schiebetür-Funktion ist effizienter.
In den Drehtüren bleiben des öfteren ganze Trauben von Menschen stecken, und es dauert zuweilen lange, bis sie “befreit” werden.
Geschrieben von Bricky Merlon | Dezember 14, 2010, 02:34das ist keine funktions störung von der Tür (meist) sondern die drehtüren haben woll so weit ich erfahren habe ein sensor drinn der aufpasst das die menschen woll nicht zu nah vorne rannkommen (ka aus welchen grund) und wen das passiert bleibt sie stehen das hatt mir ein netter DB mitarbeiter verraten.
Geschrieben von ka | Dezember 14, 2010, 13:58Hallo KA, Du hast Recht, dass es keine Funktionsstörung ist. Es soll die Menschen, insbesondere die Kinder schützen, wenn die Karusselltür stehen bleibt. Solche Türen gibt es auch beispielsweise am GesundbrunnenCenter oder zu den Passagen am Potsdamer Platz – dort hakt es auch oft an den Türen, aber die Leute sind nicht so arg lang dort “eingesperrt”…
Geschrieben von Bricky Merlon | Dezember 14, 2010, 22:28Keine Funktionsstörung, aber eben ein funktionaler Mangel, da funktional betrachtet an einem Bahnhof nicht von Vorteil. In Berlin zumindest hat das sonst kein Bahnhofsgebäude (wobei am Südkreuz die Automatiktüren auch oft genug streiken), es wird meistens auf Schiebetüren gesetzt.
Aber die hat der HBF ja auch, man müsste sie nur aktivieren.
Trotzdem lustig, wie sich gleich wieder die üblichen Verdächtigen (Twitter) auf diesen Artikel gestürzt haben, siehe Trackback.
#Berlin #Hauptbahnhof #Fail —> sabber, sabber, geifer… und natürlich #S21.
Geschrieben von central station | Dezember 15, 2010, 19:26