Wer braucht schon schnöde Gebirgslandschaften oder langweilige Indoor-Kletterhallen?
Dass man Freeclimbing auch ganz easygoing an diversen Sehenswürdigkeiten deutscher Großstädte betreiben kann, konnte man heute am Berliner Hauptbahnhof erleben.
Mutige und scheinbar kälteaffine Greenpeace-Aktivisten präsentierten abermals ihren neuen Wintersport-Trend und eroberten sich diesmal das Glasdach des Giganten – nicht ohne ein paar künstlerische Akzente zu setzen.
Eine Message an Herrn Grube war auch dabei, allerdings wurde dieser heute ausnahmsweise mal nicht joggenderweise im Bahnhof gesichtet. Und ob die Schrift auf den Bannern vom Bahntower aus zu entziffern war, darf bezweifelt werden.
Man hätte ja eigentlich auch den einfachen Weg nehmen können…
Aber das wäre sicher nicht so spannend gewesen wie die heute hier dargebotene “Vertical Limit” -Show.
Spannend fanden das vor allem die Bundespolizei und die DB-Security, die auf den Bahnsteigen und am Friedrich-List-Ufer zahlreich erschienen waren.
Trotz allem ließ man die Aktivisten zunächst (fast 4 Stunden lang) bei eisigen Temperaturen da oben ausharren – vielleicht dachte man bei der Bahn darüber nach, die ohne Zweifel sehr talentierten Leute demnächst für weitere glasdachverzierende Werbezwecke zu engagieren.
Vor allem das so stylisch am Dach angebrachte DB-Logo dürfte eigentlich mehr erfreut als verärgert haben.
Aber das war natürlich nicht Sinn und Zweck der Greenpeace-Kletterpartie
@hbf_berlin So lange die Bahn kein Konzept vorlegt, wie sie schnellstmöglich aus Atomstrom aussteigen wollen, bleibt das Banner hängen.—
Greenpeace e.V. (@greenpeace_de) February 24, 2011
Gegen 14 Uhr waren die Kletterer und die Banner dann wieder verschwunden, die Bahn scheint also im Eilverfahren ein Konzept zum Verzicht auf Atomstrom erarbeitet zu haben.
Hinterher musste natürlich das Dach von ebenfalls kälteresistenten Industriekletterern inspiziert und die Binder sicherheitshalber nachjustiert werden.


(Klick aufs jeweilige Bild vergrößert dieses)
Nach all den Strapazen hatte der Bahnhof dann wohl irgendwann auch die Schnauze voll:
- “Hier steigt heute keiner mehr hoch!”
Greenpeace.de: “Atomkraft ist ein Irrweg” – Aktion am Berliner Hauptbahnhof














Greenpeace weiß, wie man neue Mitglieder fängt:
Mache jetzt nen Kletterkurs und bewerbe mich dann bei GP – will auch da hoch!!! :-)
Geschrieben von central station | Februar 24, 2011, 23:33