Dass die Berliner Morgenpost manchmal mit äußerst kreativ-manipulativen Überschriften arbeitet, fiel ja schon des Öfteren auf.
Es soll den Ein oder Anderen wohl neugierig machen und zum Kauf eines Online-Abos bewegen, denn die Artikel sind schon lange nicht mehr frei zugänglich. (Es sei denn, man nutzt Google oder mobil.morgenpost, die aber wiederum nicht jeden Print- /MoPo-Online-Artikel übernimmt.) Erreicht wird aber wohl das Gegenteil, denn einfach gestrickte Gemüter interessieren sich nicht für Inhalte oder Hintergründe, ihnen reicht eine schlaggkräftige Überschrift, um u.a. ihre vorgefertigte Meinung bestätigt zu sehen. Da darf es dann auch gern die sonst so vielbescholtene Springerpresse sein.
Eine Studie der Stiftung Warentest über Unpünktlichkeit bei der Bahn (resp. an diversen Bahnhöfen) sorgte bereits im Februar für Verwirrung. Massenhafte Fehlinterpretationen und ideologische Instrumentalisierung (im Fall Stuttgart 21) waren als Folge dessen zu beobachten, dass sich kaum einer mit dem Inhalt der Studie näher beschäftigen wollte.
Nun haben die Medien das Thema wiederentdeckt, quasi als Prä-Sommerlochfüller, diesmal zumindest mit ein wenig mehr Ursachenforschung angereichert.
Was aber nützt der Versuch einer Analyse, wenn man wie die Morgenpost schon mit der Überschrift (falsche) Tatsachen schafft, die so manch einen vom weiteren Lesen und Verstehen (Wollen) des Artikels abhalten dürften?
Es geht hier nicht, wie man vermuten könnte, um die Breite der oberen Bahnsteige. Tatsächlich geht es um den Zugverkehr.
Ein “Nadelöhr” befürchten Kritiker auch bei Stuttgart 21, womit die “Mission Stimmungsmache” wohl schon erfüllt wäre.
Dass das benannte Berliner Nadelöhr eigentlich die seit 1882 existierende Stadtbahn ist, erfährt nur, wer weiter liest:
Auch dass technische Probleme an Fahrzeugen, Weichen oder Oberleitungen vielfach große Verspätungen auslösen, geht aus der Studie hervor.
Es nützt aber alles nichts, wenn einige erhitzte Gemüter, unterstützt von der Boulevard-Presse, nur sehen, was sie sehen wollen.
Die Studie trifft nun einmal Aussagen zur Leistungsfähigkeit der Deutschen Bahn und deren Netz insgesamt, und nicht einzelner Bahnhöfe!
Zum Nachlesen:
Berliner Hauptbahnhof ist ein Nadelöhr (ganzer MoPo-Artikel via Google!)
Stiftung Warentest zur Unpünktlichkeit bei der Bahn
Jeder dritte Fernzug in Berlin unpünktlich (mobil.morgenpost)
Deutsche Bahn weist Warentest-Kritik zurück (Zeit Online)









Vielleicht hätte sich Herr Doll einfach eine adäquate Betitelung seines Beitrags überlegen sollen (das ist nicht als Angriff sondern als Feststellung gemeint).
Dass der HBF seinerseits Ausweichkapazitäten hat zeigt der Umstand, dass Züge, die normalerweise den oberen Bereich durchqueren, im unteren Bereich bei Bedarf “umgeleitet” werden können. Also Klappe zu!
Ich finde es recht nervig, wenn Umstände, die nichts miteinander zu Tun haben, in einer Art und Weise verquickt werden, die nicht sachlich ist/sind.
Beispiel: Was kann der HBF ändern an den Zulaufstrecken, was kann er ändern an Kabelklau und co, was kann er ändern an Zugausfällen egal welcher Art?
Geschrieben von Bricky Merlon | April 30, 2011, 00:23Jetzt ist es raus. So wie Du hier argumentierst und diesen Bahnhof verteidigst, MUSST Du ein Bahnmitarbeiter sein, der hier fuer seine Kommentare bezahlt wird. Wenn da steht, der Hauptbahnhof ist ein Nadelöhr, dann ist er ein Nadelöhr, das haben doch alle schon immer gewusst, und S21 wird genauso schlimm.
(Wer hier Satire findet, darf sich Topflappen draus stricken. :-))
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Geschrieben von kritischer Wutbürger | April 30, 2011, 00:43