Gestern Nachmittag lockte eine ungewöhnliche Tanz- und Bewegungsperformance überraschend viele Schaulustige an den Humboldthafen.
“Global Water Dances”, eine kunstpolitische Aktion, die auf das Trinkwasserproblem aufmerksam machen soll, feierte in Berlin und in weiteren 55 Städten auf der Welt Premiere. Auf dem Washingtonplatz hatten Vertreter von Greenpeace und dem Berliner Wassertisch Informationsstände aufgebaut, um noch einmal verstärkt auf ganz Berlinspezifisches zum Thema Wasser (Stichwort Privatisierung) aufmerksam zu machen.
Interessant derweil der Massenauflauf auf der Hugo-Preuss-Brücke, als die ersten Künstler unten am Ufer des Hafenbeckens in zwei Grüppchen auf einander zu balancierten und anschließend, wie bei einer rituellen Waschung, rote Tücher ins Wasser tauchten und Wasser in Eimer schöpften, wobei sie von ein paar enthusiastischen Fotografen energisch auf Schritt und Tritt verfolgt wurden. Angesichts der Wasserqualität und des Gestanks gerade in dieser Jahreszeit verwundert es nicht, dass die Künstler im Anschluss an den Intensivkontakt mit der Spree den sterbenden Schwan mimten. Die letzte Rettung schien in Form von wassergefüllten PET-Flaschen auf der Brücke zu warten, also krochen die rund 30 weiß gekleideten Menschen samt ihrer kamerabewehrten Schatten den Hang hinauf. Auf der Brücke wurde es nun eng (man hätte besser für kurze Zeit die Straße gesperrt), Zuschauer, Fotografen und Passanten wurden zum (nicht ganz freiwilligen) Teil der Show.
Auf dem Washingtonplatz vereinigten sich die verschiedenen Tänzergruppen und tanzten einen “Regentanz”, oft unter Einbeziehung des Publikums. Denn das Thema Wasser geht schließlich alle etwas an. Auch die, die im Vorbeigehen nur flapsige Kommentare abließen.
Im Folgenden eine umfangreiche Fotogalerie:
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(Videos erscheinen nach und nach auf unserem Youtube-Kanal)
Global Water Dances (Info)









Klasse – einfach KLASSE! Die TänzerInnen haben es sehr emotional rübergebracht, am Anfang fast schon rituell.
Was ich persönlich sehr positiv fand: Das wichtige Thema Wasser wurde nicht mit einer trockenen Podiumsdiskussion und dem berühmten mahnenden Zeigefinger angesprochen, sondern mit einer Performance, die in ihrer Art und Weise Denkanstöße gibt – und gleichzeitig konnte man sich über die Hintergründe informieren.
Geschrieben von Fehim Meholi | Juni 30, 2011, 18:06Bei Interesse gibt es hier ein sehr schönes Video von der gesamten Performance:
Geschrieben von central station | Juni 30, 2011, 22:40