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Archiv für die Kategorie ‘Der Hauptbahnhof in den Medien’

Über kurz oder lang…

Oktober 18, 2009 7 Kommentare

Der gute alte Ost-West-Konflikt abgehängte Bahnhof Zoo war dem Tagesspiegel wieder mal einen Kommentar wert.
Erfreulich: Der Ton hat sich gebessert, und der letzte Absatz glänzt ausnahmsweise sogar durch Inhalt.

Nun zeigt es eine Statistik: Die Abkopplung des Bahnhof Zoo vom Fernverkehr hat den Berlinern das Bahnfahren erschwert. Die Entscheidung sollte rückgängig gemacht werden

Von Klaus Kurpjuweit
19.10.2009 0:00 Uhr

Geahnt hat man es; nun belegt es auch eine unabhängige Studie:
Der mit der Inbetriebnahme des Hauptbahnhofs verbundene Verzicht auf einen Halt der Fernzüge im Bahnhof Zoo hat für die Mehrheit der Berliner die Wege zum Zug verlängert.
Dass aber mehr als 65 Prozent nun Nachteile in Kauf nehmen müssen, überrascht doch.
Und sollte das Nachdenken beschleunigen – bei der Bahn und beim Senat.

Der Hauptbahnhof floriert, heißt es zumindest bei der Bahn. Ihr Ziel war es, möglichst viele Kunden in die Geschäfte im Hauptbahnhof zu bringen. Auch mit Zwang. Wenn die Berliner und Touristen den Vorzeigebahnhof inzwischen auch als Einkaufsparadies, das nur vom Verkaufsverbot an Sonntagen bedroht ist, akzeptiert haben, kann ihm auch ein Stopp der Züge im Bahnhof Zoo kaum noch schaden.
Bewohner vor allem im Südwesten würden es der Bahn danken.

Und damit der Hauptbahnhof endlich aus allen Richtungen bequem und schnell zu erreichen ist, muss der Senat Tempo machen. Dass der Bahnhof frühestens 2012/2013 weitere Anschlüsse ans Nahverkehrsnetz bekommen soll, ist beschämend. Und dass Fahrgäste im Nord-Süd-Verkehr bis zu 48 Minuten auf eine Regionalbahn zum Hauptbahnhof warten müssen, ist schon fast unverschämt. Der Hauptbahnhof verdient Besseres. kt

Lassen wir das einfach mal so stehen.
Wenn ich auch weiterhin den Eindruck behalte, dass es bei der ganzen
„Bahnhof Zoo vs. Hauptbahnhof“ – Anbindungsdebatte zwischen den Zeilen um etwas gänzlich Anderes geht als läppische fünf Minuten

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Nachtrag: „Lange Wege zum Hauptbahnhof“ – (nicht sehr fundierter) Hauptartikel zum Thema

Kleine U-Bahn ganz groß (1)

August 8, 2009 3 Kommentare

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Zugegeben, eigentlich hatten wir uns die heutige Fete anders vorgestellt.
In etwa so:

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Allen Unkenrufen und Spötteleien nach zu urteilen, hätten die neuen U-Bahnhöfe der „Kanzlerlinie“ heute eigentlich so aussehen müssen:
ubahnhof leer

Demzufolge waren wir doch leicht erschrocken über das,
was wir dann heute vorfanden:

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Berliner und Touristen kamen in Massen und gut gelaunt, staunten, knipsten und filmten was das Zeug hielt!
Zu den begehrtesten Foto-Motiven gehörte heute das hier:

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Der hübsch geschmückte Eröffnungszug :-)
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Hobbyfotografen, -journalisten und -blogger bildeten bei jeder Einfahrt
regelrechte Trauben auf dem Bahnsteig!

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Verschwommen erkennt man hier das RBB-Team, welches exklusiv ganz vorne mitfuhr

Und nun zum spannenden Teil. Wie sehen sie aus, die neuen Bahnhöfe?

Die Station Hauptbahnhof kennen wir ja schon ein wenig:
Neues Bild
Gestern

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Heute

Bundestag beeindruckt mit einer weitläufigen, lichtdurchfluteten Halle und einer großzügigen Passerelle:
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Dafür nicht wirklich mit Komfort – die Rolltreppen fehlen noch ,-)
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Ornamentartige Säulen, tageslichttauglich und trotzdem noch kunstvoll in Szene gesetzt
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Erinnern an die Säulen im Tiefgeschoss des Hauptbahnhofs :-)

Der U-Bahnhof Brandenburger Tor kommt im Vergleich zu seinen „Kollegen“ eher possierlich daher:
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Umso beeindruckter ist man draußen – endlich ist die stressige Baustelle weg!
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Und da ist ja auch das Wahrzeichen :-)
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Dekorierte Aufzüge gab’s auch – so wurden sie wenigstens gleich gefunden ;-)
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Hätten Sie’s gewusst?
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Am Brandenburger Tor gibt es eine direkte Umsteigemöglichkeit in die Nord-Süd-S-Bahn.
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Das macht die „Kanzlerbahn“ schon jetzt indirekt zu einer wichtigen und praktischen
Anbindung für unser „Wüstenschiff“, den Hauptbahnhof.

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Und nicht vergessen: So kurios die neue Stummellinie mit ihren drei Statiönchen auch anmutet, auf ewig bleibt das nicht so.
Künftig kommt man vom Hauptbahnhof auch mit der U-Bahn zum Alex – die Frage ist nur, wann ;-)
Auch eine Verlängerung Richtung Turmstraße ist angedacht.

Der Hauptbahnhof ist jedenfalls mächtig stolz auf seine neue Anbindung!
angebunden

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:-)

Mehr Infos zur U55
u55
Die Berliner Morgenpost, der Tagesspiegel und die Berliner Zeitung
blicken zurück auf die spektakuläre Baugeschichte der Linie und stellen
die „Kleinbahn der Rekorde“ vor.

Mythen und Legenden

Juli 26, 2009 Kommentieren

Das bekannteste Märchen um den Berliner Hauptbahnhof ist ja immer noch, dass Mehdorn ihn ganz allein gebaut und das Dach dabei eigenhändig abgeschnitten hätte.
Der böse Wolf quasi, der über Nacht nicht ganze, aber zumindest halbe Dächer wegpustet und die geplagten Westberliner von ihrem geliebten Bahnhof Zoo (an dem nach einer weiteren Sage seit 2006 keine Fernzüge mehr halten – nur Regionalzüge ins brandenburgische Paris oder Moskau) vertreibt und mit vorgehaltener Pistole in den neuen Konsumhades zwingt.
Wer nichts kauft, ist dazu verdammt, auf ewig in den Katakomben mit der bedrückend niedrigen verbeulten grauen Blechdecke herumzuirren und niemals Gleis 10, geschweigedenn zurück ins Tageslicht zu finden.

Weitere Legenden besagen, dass es in diesem Labyrinth aus Rolltreppen keine Toiletten und Sitzbänke gibt, nicht mal Currywurst – ein Kerker des Grauens, vom Leibhaftigen höchstpersönlich als vermeintlich einzige Oase mitten in die Wüste gestellt, um arglose Reisende anzulocken und dann nie wieder rauszulassen.
Oder nehmen wir die Sage vom Lehrter Stadtbahnhof, auf dem ein UFO gelandet ist, das seither mit Stahlträgern um sich wirft… :-)

Doch was sind das für langweilige alte Schinken (die ohnehin niemanden davon abhalten, diesen Bahnhof zu besuchen und zu nutzen) gegen die neuesten, erst kürzlich entdeckten Schriften mit allerlei Fabeln rund um den Bahnhof – zweifelsohne ein Fall für „Galileo Mystery“ !

Die Quelle heißt „In Berlin-Brandenburg“, ein regionales Forum mit Freizeittipps, Infos für Touristen uvm.
Und eben auch einer Sehenswürdigkeiten-Ecke.
Eigentlich kann man schon froh sein, den Bahnhof dort überhaupt zu finden,
und darüber, dass der Text nicht so reißwütig daherkommt wie die meisten seiner Art.
Im Gegenteil, er ist recht positiv und lässt einen schmunzeln – na wenn das nichts ist!

Da verzeiht man auch schonmal, dass hier scheinbar einiges durcheinandergebracht wurde…

Doch das Glasdach aus seinem Entwurf, eine spektakuläre Kreuzgewölbedecke, wurde aus Kostengründen durch ein schnödes Glasdach ersetzt.

Ein Geheimnis wurde enthüllt!
Selbst Herr Gerkan hat bisher verschwiegen, dass das Dach nicht nur zu kurz ist, sondern auch noch schnöde,
weil es ja eigentlich ein Kreuzgewölbe sein sollte.
Es sollte aussehen wie in Köln – stattdessen haben wir jetzt diese abgebissene Glasbanane…Skandal!
(Wenn das nicht morgen im Tagesspiegel steht!)

Was ich ebenfalls bis heute nicht wusste:

Was auf den ersten Blick bei der Besichtigung dieses Monuments der Mobilität auffällt, ist seine Sauberkeit. Weder gibt es Graffiti noch Scratching

Wir nehmen eindeutig zu viele Drogen und sehen schon Dinge, die gar nicht da sind!
(Gut, das geht ja vielen so, zB mit dem Lehrter Bahnhof ;-))
Und das Schärfste: Unsere Kamera ist auch immer high und halluziniert!

Im Folgenden treten gleich mehrere Wirrungen auf:

Man kann ihn lieben oder hassen – aber kalt lässt ihn kaum einen.

Wie sollte dieser offensichtlich grammatisch falsche Satz nun richtig lauten?
„Kalt lässt ihn kaum einer“ ? – Na, Sie kennen den Bahnhof nicht!
Oder eher
„Kalt lässt er kaum einen“ ? – Wage ich zu bezweifeln. Besuchen Sie ihn mal im Winter!
Vielleicht war’s auch einfach doch so richtig, wie es da steht ;-)

Unser Rumpelstielzchen sorgt auch wieder für Lacher:

„Wir haben einen Bahnhof bestellt und kein Monument“, sagte damals Mehdorn rechtfertigend

Ich erinnere mich an Zitate dieses Satzes mit „Kathedrale“ am Ende.
Und kann immer noch nicht fassen, dass er das gesagt haben soll.
Wenn, dann hat er nun jedenfalls den Salat -
ihm wurde mit einem Bauwerk gleich beides dort hingestellt!
Und das Monument, das geht laut Mythen und Sagen sogar ganz allein auf sein Konto! :-)

Kein Geld für Kunst – Welche Kunst denn?

Juni 11, 2009 3 Kommentare

Lange haben wir drauf warten müssen, aber nun ist es soweit.
Der neue Bahnchef Rüdiger Grube äußert sich das erste Mal in irgendeiner Weise zum Berliner Hauptbahnhof.
Gut, noch immer nicht direkt, aber es geht ums Drumherum.

Artikel aus dem Kölner Stadtanzeiger (!):

Grube hat kein Geld für Kunst

Erstellt 10.06.09, 20:45h

Die Wirtschaftskrise trifft auch die Deutsche Bahn. Der neue Chef Rüdiger Grube will die künsterlische Gestaltung des Berliner Hauptbahnhofs vorerst einstellen. Dafür verspricht er mehr Transparenz.

Der neue Bahnchef Rüdiger Grube verspricht auch in Kunstfragen mehr Transparenz. In Zukunft solle die Gestaltung städtebaulich wichtiger Orte wie Berlins Hauptbahnhof nur mit qualifizierter Ausschreibung vergeben werden. Das geht aus einer Antwort Grubes auf einen Protestbrief des Berufsverbands Bildender Künstler Berlin (BBK) hervor. Der Verband hatte vor einem Jahr gegen die Stahlplastik „Rolling Horse“ von Jürgen Goertz vor dem Hauptbahnhof protestiert. Die Replik einer in Heidelberg stehenden Skulptur hatte der damalige Vorstandschef der Deutschen Bahn, Hartmut Mehdorn, in Auftrag gegeben.
Allerdings, erklärte Grube weiter, werde es angesichts der wirtschaftlichen Lage keine weitere künstlerische Gestaltung für den Hauptbahnhof geben. Der BBK erklärte dazu, wirtschaftliche Gründe für eine Pause seien nachvollziehbar.
Es sollte aber für das Areal am Hauptbahnhof ein qualifiziert besetzter Beirat einen Gestaltungsplan ausarbeiten. (dpa)

Der Text bringt, ehrlichgesagt, zum Schmunzeln.
Weil ausgerechnet die Kölner sich für unseren Berliner HBF interessieren sollen.
Weil man das Rolling Horse wohl kaum als Kunst bezeichnen kann.
Weil mir gar nicht bewusst war, dass unser Prachtbahnhof überhaupt
weitere „künstlerische Gestaltung“ nötig hätte,
für die jetzt kein Geld da ist.
Das größte Kunstwerk steht dort nämlich in Form des Bahnhofs schon herum! :-)
Und zu guter Letzt, aus Zuversicht:
Ein qualifiziert besetzter Beirat für die Gestaltung des Areals am HBF!
Na, das macht doch Hoffnung.
Denn wenn dieser Beirat tatsächlich qualifiziert genug ist, wird er schnell
feststellen, dass der Bahnhof nicht hinter Betonburgen verschwinden darf!

.

Apropos Kunst am Hauptbahnhof – die Sandsation kürte heute den Gewinner

DIE WELT hat’s ausgesprochen!

Juni 8, 2009 2 Kommentare

Welt-Online bringt es auf den Punkt:

(…) und wenn man mit der S-Bahn über die Straßen hinweg und durch den überwältigenden, grandios proportionierten, brandneuen Hauptbahnhof fährt, kann man den Eindruck gewinnen, schließlich doch noch in einer Stadt der Zukunft angekommen zu sein.

So sieht’s aus – Mut zur Wahrheit, liebe Freunde! :-)

Servicewüste Bahnhof

März 25, 2009 Kommentieren

Mangelhafte Information, wenig Kundenorientiertheit, schlechter Service – an vielen Stationen in Berlin und Brandenburg leider immer noch Alltag.

>> zum Morgenpost-Artikel

Unser Hauptbahnhof und auch der Bahnhof Südkreuz hingegen sind wieder einmal mehr schillernde Gegenbeispiele.

:-)

Keine Frage

Februar 4, 2009 1 Kommentar

… wer in Tom Tykwer’s Actionthriller „The International“, der morgen die Berlinale eröffnet, der wahre Star ist.
Sie sehen ihn auf der Website zum Film im Hintergrund – klicken Sie nur mal auf das Feld ‘Berlin’!  :-)

Übrigens hatte ich damals, Ende 2007, das große Glück den Dreh der berühmten Szene auf dem Washingtonplatz live beobachten zu können.
Und ich muss Sie sogleich um Ihre Illusionen bringen:
Der Regen ist nicht echt – ausgerechnet an diesem Tag blieb es, wohl zum großen Ärger des Regisseurs, trocken und man musste mit Wasserwerfern nachhelfen. Wahrscheinlich sollte es Original Berliner Mistwetter geben.
Und falls jetzt jemand sich fragt, warum er bis heute diesen überaus kundenfreundlichen Parkplatz auf dem Bahnhofsvorplatz nicht gefunden hat, er möge nicht an seinem Verstand zweifeln. Auch die Parkplätze hat’s nie gegeben, sie waren extra für den Film aufgemalt worden, sodass Bahnkunden zeitweise Bauklötze staunten. Wahrscheinlich wollte man den internationalen Filmzuschauern das tatsächliche Chaos um den Bahnhof herum nicht zumuten … ;-)

Muss das sein?!?

Januar 18, 2009 2 Kommentare

Natürlich muss es. Ehrlichgesagt hätte es mich auch gewundert, wenn nicht.
Ja, ich habe es bereits geahnt, und es bedarf auch wahrlich keiner hellseherischen Fähigkeiten, um vorherzusehen, dass der Tagesspiegel heute das „Jubiläum feiern würde:

>> Link

Ganz ehrlich: Hat sich inzwischen ( seit Juni 2008 ) etwas Neues ergeben?
Ist man auch nur ein winziges Stückchen weitergekommen im Untersuchungsausschuss?
War es daher nötig, diesen Artikel zu verfassen?

- Nein.

Aber der Tagesspiegel kann es halt nicht lassen. Schließlich gibt es derzeit ja leider Gottes auch keine anderen negativen Meldungen rund um das Prestigebauwerk.
Da muss man schon in der Mottenkiste wühlen.

Und wenn inzwischen halb Berlin, ganz ohne Einwirkung eines schweren Unwetters, in sich zusammenfallen würde – der Tagesspiegel würde sich wohl trotzdem noch immer an diesem einen Stahlträger aufhängen!
Armselig und albern. Mehr fällt mir dazu einfach nicht mehr ein.
Ewiggestrig vielleicht noch.

Vorzeigebahnhöfe

Januar 14, 2009 12 Kommentare

Künftig kann man bei der Bahn auch Nummern ziehen. Damit die Zeit beim Warten am Schalter schneller vorbeigeht…so oder ähnlich ist der Sinn. Ultramoderne Bildschirme mit Informationen wird es auch geben. Und Sitzplätze. Zusammengefasst also: richtig tolle, innovative Sachen, die wir von Bahnhöfen so gar nicht kennen. Für die Testphase dieses neuen exklusiven Services hat man sich unter anderem ausgerechnet den Bahnhof  Zoo ausgesucht. Den Bahnhof also, von dem seit fast drei Jahren leider keine Fernzüge mehr abfahren – außer denen nach Paris, Moskau, Warschau, Kiew…
Zugegeben, ich verstehe das auch nicht. Denn gerade der Hauptbahnhof wird, als modernster Bahnhof der Welt,  zunächst davon verschont nicht mit diesem System ausgestattet. Das wiederum veranlasste einen Tagesspiegel-Autoren zu einem netten Kommentar – wie wir das eben so gewohnt sind:

Unsere Bahn! Wunderbar, welch tolle Ideen sie immer wieder hat. Nun gut, einen Bedienzuschlag beim Fahrkartenverkauf am Schalter einzuführen ist ihr nicht gelungen. Aber jetzt kann sie wenigstens ihre Kunden zu Nummern machen. Und das ist gar nicht schlecht. Wer am Schalter was will und vorher eine Nummer zieht, erfährt so immerhin sofort, wie lange man wahrscheinlich auf die Bedienung warten muss. Und wenn’s zu lang dauert, soll man sich auch setzen können. Die Bahn will extra Stühle aufstellen. Schade nur, dass der neue Service nur im Bahnhof Zoo, wo gar keine Fernzüge mehr halten, und im Ostbahnhof angeboten wird. In den neuen Vorzeigestationen Hauptbahnhof und Südkreuz reicht der Platz nicht aus. Dort hat die Bahn vor allem Geschäfte unterbringen wollen, die ihr Geld einbringen. Für den eigenen Service blieb so nicht viel Raum. So gut war diese Idee wohl doch nicht. Aber der Bahn wird sicher wieder was einfallen – und dann vielleicht auch für den Hauptbahnhof. Er soll weltweit der modernste sein. Sagt zumindest die Bahn. (Seite 11)


Nee, ist klar. Dass die Bahn ihre Fahrgäste aber auch immer im Regen stehen lässt!
Von Platzproblemen kann im Hauptbahnhof wohl keine Rede sein – schließlich findet man ja auch immer wieder noch ein neues Eckchen für Werbetafeln, -banner, -kästen (die mitunter in der Größe einer Doppelhaushälfte vorkommen).
Allerdings kommt hier, wie so oft beim Tagesspiegel, die Kritik wieder mal vor dem Nachdenken.
Man hätte ja analysieren können: Was haben die lieben Bahnkunden von einem solchen System? Was bringt es, was bringt es nicht, ist es benutzerfreundlich oder etwa doch nur wieder ein bahntypisches Beispiel des menschenunwürdigen Abschiebens hilfloser Fahrgäste an eine Maschine? Also etwas, womit alte Omis nicht mehr klarkommen, ein Seppel aus Bayern ebensowenig, und worüber sich am Ende nur alle wieder aufregen?  Eine Geldverschwendung, eine Verkomplizierung statt einer Vereinfachung.
Benutzt eigentlich irgendwer außer der prämierten Testkunden diese wunderbaren Touchpoints – abgesehen von den Leuten, die sie mit Aufzugsrufknöpfen verwechseln?
Aber nicht doch, es wäre nicht der Tagesspiegel, wenn man hier nicht statt einer soliden Recherche lieber sofort wieder automatisch die Zynismuskeule ausgepackt hätte. Am vermeintlich modernsten Bahnhof kann man keine Nummern ziehen! Da schickt man die Leute zum Abstellgleis Bahnhof Zoo, weil die Vorzeigestation sich diese Innovation nicht leisten kann! Das passt ja wieder – wo doch ohnehin nichts funktioniert in diesem Prestigebahnhof. Der Skandal ist perfekt, und ich frage mich, wo die üblichen gehässigen Kommentare bleiben.

Vielleicht vermisst man diesen Inbegriff der Moderne an diesem Pseudomodernen Bahnhof ja gar nicht so sehr. Vielleicht ist es ja mal ganz gut, dass sich am Berliner Chaosbahnhof nicht noch mehr Chaos ansammelt. ;-)

Die Platzprobleme am „Vorzeigebahnhof Südkreuz“ (–lange Pause und Stille–)
sind hingegen kein Märchen. Dort ging der meiste Platz allerdings nicht, wie oben behauptet, für Geschäftsfläche, sondern wohl für den als Verteilerebene dienenden Ringbahnsteig sowie die Parkhäuser drauf. Allerdings braucht ein Bahnhof, an dem täglich nur gefühlte 100 Leute aus- und umsteigen, einen solchen Vergnügungspark von Reisezentrum wohl erst recht nicht. Zu selten kommt es vor, dass sich im Reisezentrum dieser Station überhaupt eine Schlange bildet. :-)

Man kann natürlich von den Prestigeobjekten der Bahn halten was man will. Und man kann, wenn man denn die Zeit hat, ja auch gerne weiterhin die Suppe mit einem Elektronenmikroskop durchsuchen, damit man doch ja ein Haar und somit einen Anlass zum Meckern und Sticheln findet.
Aber ganz ehrlich: Wer Nummern ziehen will, der soll zum Jobcenter gehen. Und wer sich von der Bahn an ihren vermeintlichen Vorzeigebahnhöfen ja all zu oft im Regen stehen gelassen wähnt – gewisse Tageszeitungen bieten, abschirmend über das Haupt gehalten, sicher kurzfristig guten Regenschutz! :-)

Jahresrückblick – Programmhinweis

Dezember 16, 2008 2 Kommentare

Morgen ist es wieder einmal soweit: Der RBB lädt zum gemeinsamen Jahresrückblick in den Hauptbahnhof ein.

Ein besserer Ort als unsere schöne Glaskathedrale würde mir auch nicht einfallen! :-)

Leider ist von einer LIVE-Sendung hier keine Rede. Es ist also anzunehmen, dass wie schon im Vorjahr ganz heimlich an einem Wochenende aufgezeichnet wurde. Am vergangenen wäre die Sendung dann wohl mit der Weihnachtsveranstaltung kollidiert – was nicht unbedingt ein Hindernis gewesen sein muss (wenn doch Wowi schon einmal vor Ort war…).

Auf exklusive Bilder und Eindrücke des Events muss aus diesem Grunde, wie schon 2007, wohl leider verzichtet werden. Natürlich bedauern wir das.

>> Di, 16. 12. 2008, 20.15 Uhr, RBB