Unfall oder Vandalismus?
Drehtür zerstört
Am gestrigen Tag war ich noch zu verärgert, um sachlich genug über die böse Überraschung zu berichten, die uns den gesamten Sonntag vermiest hatte. Denn lange hielt die Freude über den frischen Glanz des Bahnhofsdachs und der Fassade, die sich auch endlich mal im Sonnenlicht präsentieren durften, gestern nicht an. Der Bahnhof hat nämlich das Wochenende nicht schadlos überstanden, was erneut die Frage aufwirft, zu welchem Zweck genau das „Sicherheitspersonal“ und die Bundespolizei dort herumläuft.

Nach ersten hysterischen Reaktionen konnten mit einigermaßen ruhiger Hand Fotos von dem Desaster gemacht werden…

Das Glas und der Türrahmen sind mit einer Wucht zerstört worden, für die es mehr als nur einen kräftigen Fußtritt braucht. Angesichts dessen stellt sich die Frage:
Wie ist das passiert?
Und: Hat das tatsächlich (mal wieder) keiner gemerkt?
Die Tür befindet sich direkt am nördlichen Hauptausgang, nur wenige Meter vom stets besetzten Service Point und der Polizeiwache entfernt! Das muss doch mehr als nur leise geklirrt haben.
Entweder hat hier ein völlig Irrer (und weil wir nicht dabei waren, auch Glücklicher!) mit Hilfe eines schweren Gegenstandes (Eisenstange, Vorschlaghammer, Stein) absichtlich die Tür zu Schrott gehauen – wenn es so war: Wo war die Polizei? – oder es ist während einer Schlägerei ein ganzer Körper dagegen geprallt. Gegen letztere These spricht allerdings die Einschlagsstelle, die sich mehr in Fußhöhe befindet. Ein Fuß kann so etwas aber auch nach mehrmaligen Dagegentreten wohl kaum verursachen…

Vielleicht hat hier auch ein Autofahrer die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren und fuhr mit voller Wucht gegen die Tür? Ist das der Fall, müsste man darüberhinaus ja noch froh sein, dass hier kein Menschenleben zu beklagen ist!
Natürlich war in den Medien und Newstickern nichts über den Vorfall zu finden. Es ist erstaunlich auffällig, dass (Vandalismus-)Schäden am Hauptbahnhof so gut wie nie öffentlich bekannt werden. Wie oft hatten wir schon eindeutig menschlicher Zerstörungswut zuzurechnende zerstörte Scheiben, und nie fiel ein Wort darüber in sämtlichen (Online-)Zeitungen.
Doch wehe, der Bahnhof selbst erlaubt sich einen Scherz und öffnet beispielsweise während eines Regenschauers die Dachklappen – da heißt es in der Berliner Zeitung gleich, das Dach sei undicht, was nebenbei bemerkt an nahezu jedem Berliner Bahnhof der Fall ist.
Soll hier etwa vertuscht werden, wie unfähig die Bahn ist, selbst ihren „Vorzeigebahnpalast“ vor Schäden und Übergriffen zu schützen? Der Verdacht drängt sich einem beinahe auf, wenn einerseits „aufmerksame Passanten“ sich in aller Ausführlichkeit über winzigste Risse im Glas aufspulen können, obgleich Spannungsrisse in Glas nun einmal vorkommen und zudem völlig ungefährlich sind, auf der anderen Seite aber gänzlich zerstörte Scheiben und Türen hübsch verschwiegen werden.
Wenn diese Tür absichtlich zerstört worden ist, dann bestimmt nicht in nur wenigen Sekunden. Der Täter hätte sich eine gewisse Zeit daran abarbeiten müssen. Das scheint mir auch nachts in direkter Nähe zum ServicePoint und der Polizeiwache schier unmöglich. Es hätte jemand zur Stelle sein müssen.
Wenn es ein Unfall war, dann wird auch der sich nicht ohne jegliches Aufsehen ereignet haben. Schließlich hätte jemand verletzt werden können.
Es hätte jemand zur Stelle sein müssen.
Und warum schweigt der Newsticker? Wo doch sonst jede umgenietete Straßenlaterne ihren gebührenden Platz findet…
Fragen über Fragen, und ein Bahnhof, der sicher wieder einige Monate auf seine neue Tür warten darf.
:-(
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Den Dreh nicht raus
Es entbehrt nicht einer gewissen tragischen Ironie, dass hier noch für diese Woche ein Beitrag über die Drehtüren an den Hauptausgängen geplant war. Diese eine Tür, die es nun erwischt hat, habe ich sogar am Donnerstagabend noch zu diesem Zwecke abgelichtet:

Da drehte sie sich noch…
Hintergrund ist, dass die allwinterliche Umstellung von Schiebetür- auf Drehtürbetrieb nicht besonders kundenfreundlich ist.
Rollstuhlfahrer kommen klar, doch die meisten anderen Fahrgäste haben hier den Dreh nicht raus. Die drängeln und schieben, weil sie mit dem Tempo der Türen nicht klarkommen, was zur Folge hat, dass die Tür aufhört sich zu drehen. Auf diese Weise wurde schon so mancher Fahrgast kurzfristig eingesperrt :-)
Eigentlich beobachtet man diesen Mechanismus „gehetzter Mensch vs. gemächliche Drehtür“ in jedem Shoppingcenter, aber am Bahnhof ist der wohl scheinbar besonders ausgeprägt.
Wenn sich verschiedene Menschen mit unterschiedlichem Lauftempo an verschiedenen Punkten einer Drehtür befinden, kommt es zwangsläufig zum kurzfristigen Kollaps, denn zwangsläufig bekommt einer Panik und schiebt. Oft wird auch, wie es schon von den Rolltreppen bekannt ist, der Notfall-Stopp-Knopf betätigt, oder der für Rollstuhlfahrer gedachte „Langsamer“-Sensor berührt.
Das kann gar nicht funktionieren! Und tut es auch meistens nicht.
Kein Tag, an dem nicht mindestens eine der Drehtüren wieder außer Betrieb ist, selbst der Wartungsdienst tut sich schwer mit ihnen, was wir letztes Jahr schon häufig beobachten konnten.
Wer hat eigentlich Drehtüren erfunden?

Obwohl wir nicht glauben, dass der Vorfall vom Wochenende etwas mit der schwer zu bewältigenden Drehtürtechnik zu tun hat (die Zerstörung erfolgte eindeutig von außen), möchten wir schon allein der Kundenfreundlichkeit wegen nocheinmal an die Bahn (besser: DB Station & Service) appellieren:
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Bitte stellen Sie die Türen wieder auf Normalbetrieb (das heißt: Schiebetürbetrieb) um!
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Es ist ein Irrglaube, dass durch die Drehtüren weniger kalte Luft ins Bahnhofsinnere gelangt, da diese sich meistens (wenn nicht wieder defekt) kontinuierlich drehen und Luft von draußen hineinschaufeln, während die Schiebetüren sich nur öffnen, wenn jemand durch will. Außerdem zieht es so oder so in dem doch recht luftigen Gebäude.
Die Schiebetüren sind sowohl für Fahrgäste mit als auch ohne Handicap eindeutig benutzerfreundlicher, bisher war nicht einmal zu beobachten, dass irgendwer Probleme mit ihnen hatte. Bei den Drehtüren hingegen gleicht das täglich zu beobachtende Trauerspiel fast schon dem an den Aufzügen. Hinzu kommt eine viel aufwändigere Wartung.
Wir hoffen, dass unser Appell nicht, wie Anfang des Jahres, wieder im Winde verhallt.
































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