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Archiv für die Kategorie ‘Kritik’

World Usability Day 2009 – Workshops im Berliner Hauptbahnhof

November 7, 2009 1 Kommentar

Oder: Aus Schaden klug geworden, Teil II

Am Donnerstag kommender Woche (12. November) findet in vielen deutschen Städten zum fünften Mal der „World Usability Day“ statt, unter anderem auch in Berlin.

Der Design-Bote fasst zusammen, worum es hierbei geht:

Software, die nicht das tut, was der Anwender will. Handys, deren Funktionen man nicht versteht. Automaten, die eher verwirren, als zum Ergebnis zu führen. Die Liste ließe sich endlos weiterführen. Das und vor allem wie es auch anders geht, zeigen am 12. November Experten aus der Usability Branche. Mit mehr als 200 Veranstaltungen in über 40 Ländern lädt der fünfte World Usability Day Nutzer und Entwickler ein.

Das klingt interessant.
Und passenderweise sind für dieses Mal auch Workshops im Berliner Hauptbahnhof angekündigt:

Dass nicht nur in der Branche, sondern auch bei den Veranstaltungen selbst Interaktion und Praxisrelevanz groß geschrieben werden, zeigt sich unter anderem an dem Berliner Programm. Hier wird unter dem Motto »Probefahrt Usability« die Gestaltung von Dienstleistungen und Produkten rund um das Thema Reise betrachtet.
Besucher sind dazu aufgefordert sowohl die Mensch-Maschine-Schnittstellen von Fahrkartenautomaten unter die Lupe zu nehmen, als auch den gesamten Prozess einer Reise. In den Workshops, die zum Teil direkt im Berliner Hauptbahnhof stattfinden, können die Teilnehmer Methoden aus Usability und User Centered Design kennenlernen und unter Anleitung vor Ort ausprobieren.

Was mir dazu als erstes durch den Kopf schießt: Längst überfällig!

Die Webseite zum „Usability Day“ in Berlin gibt detailliertere Infos, was so alles auf dem Programm steht. Da wären zum Beispiel:

Orientierung im Bahnhof:
Praktisches User Centered Design

In dem ganztägigen Workshop „Orientierung im Bahnhof“ gehen wir von einer (fiktiven) Anfrage der Bahn aus, welche die Orientierung und die Interaktion innerhalb des Bahnhofs optimieren möchte, so dass Menschen schneller, angenehmer und fehlerfrei zum Ziel kommen.
Es werden die fünf grundsätzlichen Phasen der nutzerzentrierten Gestaltung (des User Centered Designs) praktisch durchgespielt. Besonderer Schwerpunkt ist das Zusammenspiel von empirischer Nutzerforschung und Gestaltung von Konzeption.

Die Phasen sind:

* Phase 1: Briefing, Walkthrough Bahnhof
* Phase 2: Debriefing, Analyse, Lösungsansätze
* Phase 3: Ausarbeitung Lösung
* Phase 4: Vorbereitung Lösungsvalidierung, empirische Validierung Bahnhof
* Phase 5: Auswertung Validierung, Final Solution, Deliverable

Das verspricht ja hochgradig spannend zu werden! Alternativ hätte man sich auch diesen Blog ein paar Mal zu Gemüte führen können (siehe weiter unten) ;-)
Eine besondere Rolle dürften bei diesem Workshop wohl die Touchpoints (Final Solution: Weg damit!) und die Drehtüren (Final Solution: Schiebetüren!) spielen.

„Ich versteh nur Bahnhof“

Die User Experience im Bahnhof wird von weit mehr beeinflusst als dem Fahrkarten-Automaten. In diesem Workshop wird nicht weniger als der ganze Bahnhof zum Spielfeld der Teilnehmer. Was erledige ich wo? Wie komme ich von A nach B? Wieso dauert das so lange? Bei uns kommt der Bahnhof auf den User Experience Prüfstand!

Teil 1: User Experience Research
Katharina Weber

Im ersten Teil des Workshops werden sich die Teilnehmer ein Bild der Gesamt-Experience Bahnhof machen und dabei Methoden des User Experience Research kennenlernen. Sie durchleben selbst ein typisches Szenario eines Fahrgastes, der in Berlin umsteigt und in kurzer Zeit ein paar einfache Dinge erledigen will. Die Erlebnisse und Probleme mit Services und Systemen werden von den Teilnehmern dokumentiert.

Teil 2: Anforderungen, Ideen, Prototypen
Milan Guenther

m zweiten Teil des Workshops werden die Teilnehmer die gefundenen Erfahrungen und Probleme zu Anforderungen verdichten. Sie untersuchen Benutzer, Business und Technologie als relevante Perspektiven im Design, die sowohl Rahmenbedingungen als auch Potenziale für den Entwurf aufzeigen. Die Teilnehmer werden dann erste Lösungsideen und Konzepte mit Skizzen und einfachen Prototypen umsetzen.

Außerdem wird der Bahnhof dem ultimativen Europäische-Touristen-Kompatibilitätscheck unterzogen. (Gut, dass die Briten per se keine Europäer sein wollen…auf Qype.uk wird unser HBF doch allen Ernstes als „Nightmare“ bezeichnet!)

Nun, da könnte man sich doch eigentlich glatt einmal umsehen bei den bahnhofsbezogenen Workshops am nächsten Donnerstag.
Man ist ja nun so einiges gewohnt an Szenarien und User Experience, aber wenn all das jetzt auch noch künstlich erzeugt wird…man könnte sich doppelt amüsieren. Oder auch nicht.

Lösungsideen und Konzepte hätten wir jedenfalls aufgrund unserer eigenen täglichen Experience Researches gleich eine ganze Sackladung anzubieten.

Ein Wort zur Usability im Hauptbahnhof

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er viel erleben, noch mehr wohl aber dann,
wenn er sich dazu hernieder lässt, die Reisenden zu beobachten.
Der Alltag im Berliner Hauptbahnhof ist geprägt durch vielerlei kuriose, liebreizend-komische bishin zu kabarett-tauglichen Situationen, allerdings auch oft genug durch solche, die einen aufgrund ihrer Absurdität und Groteske die Hände über dem Kopf zusammenschlagen lassen.
Das dürfte an nahezu allen Bahnhöfen der Fall sein, doch der Hauptbahnhof in Berlin sticht allein schon wegen seiner Größe und Dimensionen heraus, die so manchen Besucher schlichtweg überfordern. Hier gibt es eben noch mehr von all dem verwirrenden Zeug, das nie funktioniert wenn man es braucht: Mehr Gleise, mehr Rolltreppen, mehr Aufzüge, mehr Automaten, mehr Hinweisschilder…und mehr unnütze Geschäfte und überbordende Leuchtreklame, welche von den Hinweisschildern ablenken. Allerdings, das muss man dazu sagen, auch mehr Raumfreiheit und Überblick, ein absolut offenes Baukonzept, das, wäre all die Werbung nicht, eigentlich eine ideale Orientierung im Bahnpalast ermöglicht. Wie gesagt, eigentlich.
Täglich kommen um die 300.000 Fahrgäste in den Berliner Hauptbahnhof, und man kann ohne zu übertreiben sagen, 50% davon verlaufen sich erst einmal, irren herum, natürlich in Zeitnot, woraufhin die aufkommende Nervosität selbst einfachste Instinkte auszuschalten scheint, was diese armen Menschen vor einer Rolltreppe, einem Aufzug oder einem Orientierungsplan des Gebäudes erstarren lässt, als handele es sich bei ihnen um eine hochkomplizierte mathematische Gleichung mit zehn Unbekannten. So ein Blackout kommt schon mal vor, wenn man schlagartig in eine neue Situation gestoßen wird und nicht genügend Ruhe hat, sich mit den Umständen vertraut zu machen. Wir leben im Zeitalter der Mobilität, und alles geht immer schneller. Deswegen heißt es beim Verreisen mit der Bahn und beim Umsteigen auch stets: Schnell, schnell, den Anschlusszug bekommen!

Neben diesen ganz gewöhnlichen Problemen, die bei jeder Erstorientierung in einer neuen Umgebung auftreten, und inbesondere eben an Bahnhöfen, gibt es diese ganz speziellen Leute, diese besondere Gattung Reisender, bei denen man sich zwangsläufig fragt, wie die den Alltag bewältigt bekommen. Der Berliner Hauptbahnhof scheint solche Zeitgenossen, von denen anzunehmen ist, dass sie sich selbst in einer Telefonzelle verlaufen würden, wie ein Magnet anzuziehen. Sie sind in der Regel extrem kurzsichtig (erkennen den Ausang oder Zugang zu Gleis xy nicht, obwohl sie direkt davor stehen), reichlich großstadt-unerfahren (scheinen nicht zu wissen, wie ein Aufzug, eine Rolltreppe oder eine automatische Tür funktionieren), zeichnen sich aus durch ausgeprägte Verpeiltheit (in welche Etage muss man sich wohl begeben, wenn der Zug von „Berlin Hbf – tief“ abfährt…) und enorme Ungeduld (der Aufzug erscheint nicht nach einer Sekunde? Dann läuft man eben doch Treppen, Hauptsache man hat gedrückt, und ein Fluch auf den „Scheiß Bahnhof“ darf auch nicht fehlen) oder je nach Typus auch enorme Sturheit (kein Gepäck, kein Handicap, aber Aufzug muss sein – ist dieser jedoch außer Betrieb, wartet man trotzdem davor bis man grün wird, lässt sich auch durch andere hilfsbereite Fahrgäste nicht davon abbringen, bis man schlussendlich seinen Zug verpasst…natürlich nur wegen dieses „Scheiß Bahnhofs“, auf den es nun ordentlich zu schimpfen gilt).
Seltsamerweise haben wir bis jetzt noch nie einen Menschen mit Handicap erlebt, der hier, so wie die vermeintlichen „Normalos“, an den Rand der Hysterie getrieben wurde, weil er nicht klarkommt. Nie ist ein Blinder ausgetickt, weil der was nicht gefunden hat, nie hat jemand, der im Rollstuhl oder mit Gehhilfen unterwegs war, sich über den Bahnhof beschwert. Dabei sind gerade diese Menschen angewiesen auf eine reibungslos funktionierende Technik und Orientierung. Selbst wenn der Aufzug mal wieder gefühlte Stunden braucht, bis er ankommt, weil die VeroModa- und McDonalds-Fraktion spazieren fahren muss, statt auf den Treppen was für die Figur zu tun, und bei aller Reizüberflutung jeden in der Kabine befindlichen Knopf gedrückt hat, sodass auf jeder Etage gehalten wird – als Rollifahrer weiß man, wo sich die Alternativen befinden. Es wurde auch schon beobachtet, dass Rollstuhlfahrer gekonnt die Rolltreppen nutzen – Respekt, denn das bekommen nicht einmal die meisten Fußgänger hin!

Menschliches (Hirn-)Versagen ist und bleibt Ursache Nummer Eins, wenn es irgendwo, speziell im Hauptbahnhof, mit der Usability nicht klappt. Natürlich hat auch der Bahnhof selbst seine Tücken. Neben durch Kommerz-Reizüberflutung in den Hintergrund rückenden Infotafeln und -schildern ist auch die Innenarchitektur an einer Stelle besonders unpraktisch: Zu den äußeren Tiefbahnsteigen (1-2, 7-8) gibt es einen seperaten Aufzug, den man erst umständlich suchen muss, da er sich in einem Quergang, hinter einem Geschäft versteckt. Wer das nicht weiß, und auch nicht genügend Zeit hat, es rauszufinden, der hat schlechte Karten, auch wenn er nicht zur unterbelichteten Spezies gehört.
Durch Nachlässigkeit bei Pflege und Wartung der Technik sind darüberhinaus immer wieder defekte Rolltreppen und Aufzüge zu beklagen, und die Drehtüren funktionieren schon mal gleich gar nicht (warum, das haben wir hier erst kürzlich beschrieben).

Darüberhinaus sollte auch der Faktor „Reisende machen anderen Reisenden das Reisen schwer“ nicht vernachlässigt werden. Die weiter oben bereits erwähnten Panoramaaufzug-Spazierfahrer sind nur ein Teil davon, da wären auch noch die „Rolltreppenkiller“ (die absichtlich oder versehentlich den Nothalteknopf betätigen oder der Treppe sonstwie schaden, etwa durch Drauf-Herumspringen), die „Im-Weg-Herumsteher“ (bevorzugterweise vor Treppenzugängen oder auf den schmalen Bereichen der Bahnsteige), und die „Aufzugsextremisten“ (unterteilt in: „Extrem-Rufknopfdrücker“ und „Extrem-Etagenhopper“), die irgendwann die Software abschießen.

Möge der „Usability Day“ mit seinen Workshops also in jeder Hinsicht den Alltag im Berliner Hauptbahnhof erleichtern und für mehr Nutzerfreundlichkeit sorgen!
Einen ersten Schritt hat die Bahn ja bereits selbst getan, und nun wissen wir auch, warum ;-)

Weiterführende Links:

Word Usability Day – Website

Usability Day in Berlin – Programm

Idiotensicher? – (nicht immer lustige) Anekdoten aus dem hauptbahnhöfischen Alltag (via Gleis 17)
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Aus Schaden klug geworden

November 6, 2009 2 Kommentare

Es sind ja des Öfteren mal Aufzüge defekt im Hauptbahnhof.
In diesem Fall hängt meist ein kleiner Zettel an der Tür, der die Fahrgäste informiert, dass hier technische Störungen beseitigt werden (selbst, wenn dies gar nicht der Fall ist) und das Personal jederzeit kontaktiert werden kann, da es im Gebäude ist (eine Personenbeschreibung wurde leider vergessen).
Die Zettel sind nicht nur äußerst mickrig, sie werden auch gerne mal einfach so abgerissen.
Da hilft es auch nicht, zwei Stück davon, einen an der Tür, den anderen direkt auf dem Rufknopf, anzubringen.
30% der Fahrgäste betätigen zum Rufen des Aufzugs ohnehin den sich praktischerweise direkt daneben befindenden „Touchpoint“. Und wundern sich, wenn nichts passiert.rotlicht aufzug hbf

Es gibt da auch noch das rote Warnsignal, welches unterm Rufknopf leuchtet, wenn der Aufzug außer Betrieb ist. Aus mehreren Metern Entfernung erkennbar, aber was nützt das jemandem, der nicht weiß, was soll es bedeuten…?

Da stehen dann also gerne mal ahnungslose Fahrgäste vor einem defekten Aufzug, und warten mitunter 10-15 Minuten unter sich anstauendem Frust auf den Aufzug, der nicht erscheint, der sich nicht einmal bewegt. Das fällt natürlich nicht auf, während der Blutdruck steigt und sich Panik ob eines eventuell verpassten Zuges im Fahrgast breit macht, genausowenig wie auffällt, dass es (zumindest für die Gleise 3-6 sowie 11-16) mindestens noch einen weiteren funktionierenden Aufzug sowie zahlreiche Rolltreppen gibt.
Stattdessen wird auf den Knopf gehauen, oder eben auf den „Touchpoint“.

(Und wir vernachlässigen hierbei jetzt mal all diejenigen Bahnhofsbesucher, die überhaupt nicht oder lediglich mit kleinen s.Oliver-Tütchen bepackt, gut zu Fuß und nicht in Eile sind und deshalb nur aus Faulheit oder zum Spaß unbedingt Aufzug fahren wollen! Die stellen gut 65% des täglich zu beobachtenden Aufzugdramas und sind in der Regel die Schlimmsten, die auch bei funktionierenden Aufzügen schon nach 5 Sekunden die Geduld verlieren und entweder hysterisch werden oder sich doch plötzlich der Rolltreppen bewusst… Zu solchen Kandidaten an anderer Stelle mehr.)

Ich möchte nicht wissen, wieviele Leute aufgrund schlichter Desinformation in einer solchen Lage schon ihren Zug verpasst haben.
Irgendwann muss das wohl auch bis zu „DB Station&Service“ durchgedrungen sein.
Denn seit kurzem gibt es eine gar wunderbare Innovation, und idealerweise ist gerade mal wieder ein Aufzug defekt, an dem sie sich einwandfrei vorführen lässt:
hbf-aufzug-ausserbetrieb
Das ist nun wirklich unübersehbar! Übrigens auch für Blinde – das neue Hinweisschild verfügt sogar über Braille-Schrift.
Und warum hat das jetzt 3 Jahre gedauert?

Wenn jetzt noch ein Hinweis erfolgt, dass der Touch Point in einem solchen Fall nicht weiter hilft, und dass es noch weitere Aufzüge und Rolltreppen im Bahnhof gibt
Dann wäre der Berliner Hauptbahnhof nicht nur barrierefrei, sondern auch fast idiotensicher.
Obwohl, es fehlt dazu noch eine allgemeine Anleitung, wie man Aufzüge und Rolltreppen benutzt. Die wenigsten Leute können sich das selbst denken, so lehren uns unsere täglichen Beobachtungen. Armes Deutschland.

Nasskalt erwischt

November 4, 2009 2 Kommentare

Was ist das derzeit nur für ein Wetter? Man möchte am liebsten auswandern.
Nicht einmal im Hauptbahnhof hat man jetzt noch trockene Füße.

schneeregen-hof
Hauptbahnhof im Schnneregen – Webcambild von heute, 13.15 Uhr

Unsere Fahrgäste der 1.Klasse lösen sich sowieso wieder reihenweise in ihre Bestandteile auf, denn die endlosen 3 Meter bis unters schützende Glasdach sind ja bekanntermaßen nicht zu bewältigen, ohne dass man gänzlich aufgeweicht wird.
Glücklich ist, wer vorgesorgt hat – schon vor 2 Monaten boten einige Geschäfte im Bahnhof zur Witterung passende Bekleidung, speziell für 1. Klasse-Reisende an.
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;-)

Weniger gut sah es gestern für die Betreiber der Läden Flammen Grill und Millies Cookies und auch Diekmann’s Austernbar aus.
Denen versaute eine wahre Havarie gestern ganztägig das Geschäft.
Da halfen auch keine Schwimmwesten…
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Ein kleiner See hat sich gebildet und die Läden mussten schließen

Woher all das Wasser kam, ist rätselhaft* – undicht ist das Dach ja nun an vielen Stellen, doch
bisher hat es noch nie an dieser Stelle und vor allem in diesem Ausmaß durchgeregnet!
Bezeichnend war ebenfalls, dass es zu dem Zeitpunkt schon gar nicht mehr regnete.
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Aber gut, wie wir wissen hat der Bahnhof derzeit gerade seinen Moralischen.
Kann man ihm nicht verübeln nach der Sache mit der Tür!
Ein Gebäude, mit dem allgemein so nachlässig umgegangen wird, kann da schon mal zum Rebellen werden.

Ausgerechnet der Flammen Grill ist neben den Zugbremsen und Dieselloks der größte Luftverpester im HBF.
Die Lüftung spinnt hier schon lange, und all der fettige Dunst zieht jeden Tag mit schöner Regelmäßigkeit gen Himmel, besser, gen Glasfassade direkt oben drüber, und lagert sich dort gemeinsam mit dem Staub ab.
Das Ergebnis ist schon seit drei Jahren hier zu bestaunen:
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Warum denn auch mal putzen?
Generell sind die Fassaden alle mehr oder weniger verschmutzt, doch nirgends sieht es so enorm dreckig-speckig aus wie direkt überm Flammen Grill. Dem Laden, der aufgrund seiner gewaltigen Fettproduktion lieber ganz hinten in der Fressmeile im Foodcourt, neben Burger King und Pizzadings, hätte positioniert werden sollen.
Klassischer Fall von: Bahn denkt nicht nach. Bahn lässt auch keine Lüftungssystemstandards vorschreiben bzw überprüfen. Und Bahn lässt auch nicht putzen.
Bahn lässt Bahnhof, nicht nur in dieser Hinsicht, im Stich.

Das haben wir jetzt davon, der Riese wehrt sich, mit seinen Mitteln.
Wenn keiner ihm den Siff von der Fassade wäscht, probiert er’s eben selbst.
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Beim Flammen Grill jedenfalls wird so schnell erstmal nichts mehr in Flammen aufgehn.
Genügend Zeit um nachzudenken: Über neue Abluftsysteme, andere Standorte, besseres Reinigungskonzept (übrigens auch für die Hände der Flammen Grill – Verkäufer, die dem Kunden stets fettig-triefende Restgeldmünzen in die Hand drücken – bon Appetit!)
- und für die DB allgemein, wie sie mit ihrem Prestigeobjekt in Zukunft umzugehen gedenkt!

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*Update: Die Morgenpost verrät, was los war:
Offiziell ist der Bahnhof unschuldig – ein Rohr ist geplatzt.
Derzeit läuft hier aber auch alles schief! :-(

Unfall oder Vandalismus?

November 2, 2009 3 Kommentare

Drehtür zerstört

Am gestrigen Tag war ich noch zu verärgert, um sachlich genug über die böse Überraschung zu berichten, die uns den gesamten Sonntag vermiest hatte. Denn lange hielt die Freude über den frischen Glanz des Bahnhofsdachs und der Fassade, die sich auch endlich mal im Sonnenlicht präsentieren durften, gestern nicht an. Der Bahnhof hat nämlich das Wochenende nicht schadlos überstanden, was erneut die Frage aufwirft, zu welchem Zweck genau das „Sicherheitspersonal“ und die Bundespolizei dort herumläuft.

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Nach ersten hysterischen Reaktionen konnten mit einigermaßen ruhiger Hand Fotos von dem Desaster gemacht werden…
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Das Glas und der Türrahmen sind mit einer Wucht zerstört worden, für die es mehr als nur einen kräftigen Fußtritt braucht. Angesichts dessen stellt sich die Frage:
Wie ist das passiert?
Und: Hat das tatsächlich (mal wieder) keiner gemerkt?

Die Tür befindet sich direkt am nördlichen Hauptausgang, nur wenige Meter vom stets besetzten Service Point und der Polizeiwache entfernt! Das muss doch mehr als nur leise geklirrt haben.
Entweder hat hier ein völlig Irrer (und weil wir nicht dabei waren, auch Glücklicher!) mit Hilfe eines schweren Gegenstandes (Eisenstange, Vorschlaghammer, Stein) absichtlich die Tür zu Schrott gehauen – wenn es so war: Wo war die Polizei? – oder es ist während einer Schlägerei ein ganzer Körper dagegen geprallt. Gegen letztere These spricht allerdings die Einschlagsstelle, die sich mehr in Fußhöhe befindet. Ein Fuß kann so etwas aber auch nach mehrmaligen Dagegentreten wohl kaum verursachen…
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Vielleicht hat hier auch ein Autofahrer die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren und fuhr mit voller Wucht gegen die Tür? Ist das der Fall, müsste man darüberhinaus ja noch froh sein, dass hier kein Menschenleben zu beklagen ist!

Natürlich war in den Medien und Newstickern nichts über den Vorfall zu finden. Es ist erstaunlich auffällig, dass (Vandalismus-)Schäden am Hauptbahnhof so gut wie nie öffentlich bekannt werden. Wie oft hatten wir schon eindeutig menschlicher Zerstörungswut zuzurechnende zerstörte Scheiben, und nie fiel ein Wort darüber in sämtlichen (Online-)Zeitungen.
Doch wehe, der Bahnhof selbst erlaubt sich einen Scherz und öffnet beispielsweise während eines Regenschauers die Dachklappen – da heißt es in der Berliner Zeitung gleich, das Dach sei undicht, was nebenbei bemerkt an nahezu jedem Berliner Bahnhof der Fall ist.
Soll hier etwa vertuscht werden, wie unfähig die Bahn ist, selbst ihren „Vorzeigebahnpalast“ vor Schäden und Übergriffen zu schützen? Der Verdacht drängt sich einem beinahe auf, wenn einerseits „aufmerksame Passanten“ sich in aller Ausführlichkeit über winzigste Risse im Glas aufspulen können, obgleich Spannungsrisse in Glas nun einmal vorkommen und zudem völlig ungefährlich sind, auf der anderen Seite aber gänzlich zerstörte Scheiben und Türen hübsch verschwiegen werden.

Wenn diese Tür absichtlich zerstört worden ist, dann bestimmt nicht in nur wenigen Sekunden. Der Täter hätte sich eine gewisse Zeit daran abarbeiten müssen. Das scheint mir auch nachts in direkter Nähe zum ServicePoint und der Polizeiwache schier unmöglich. Es hätte jemand zur Stelle sein müssen.
Wenn es ein Unfall war, dann wird auch der sich nicht ohne jegliches Aufsehen ereignet haben. Schließlich hätte jemand verletzt werden können.
Es hätte jemand zur Stelle sein müssen.
Und warum schweigt der Newsticker? Wo doch sonst jede umgenietete Straßenlaterne ihren gebührenden Platz findet…

Fragen über Fragen, und ein Bahnhof, der sicher wieder einige Monate auf seine neue Tür warten darf.
:-(

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Den Dreh nicht raus

Es entbehrt nicht einer gewissen tragischen Ironie, dass hier noch für diese Woche ein Beitrag über die Drehtüren an den Hauptausgängen geplant war. Diese eine Tür, die es nun erwischt hat, habe ich sogar am Donnerstagabend noch zu diesem Zwecke abgelichtet:
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Da drehte sie sich noch…

Hintergrund ist, dass die allwinterliche Umstellung von Schiebetür- auf Drehtürbetrieb nicht besonders kundenfreundlich ist.
Rollstuhlfahrer kommen klar, doch die meisten anderen Fahrgäste haben hier den Dreh nicht raus. Die drängeln und schieben, weil sie mit dem Tempo der Türen nicht klarkommen, was zur Folge hat, dass die Tür aufhört sich zu drehen. Auf diese Weise wurde schon so mancher Fahrgast kurzfristig eingesperrt :-)
Eigentlich beobachtet man diesen Mechanismus „gehetzter Mensch vs. gemächliche Drehtür“ in jedem Shoppingcenter, aber am Bahnhof ist der wohl scheinbar besonders ausgeprägt.
Wenn sich verschiedene Menschen mit unterschiedlichem Lauftempo an verschiedenen Punkten einer Drehtür befinden, kommt es zwangsläufig zum kurzfristigen Kollaps, denn zwangsläufig bekommt einer Panik und schiebt. Oft wird auch, wie es schon von den Rolltreppen bekannt ist, der Notfall-Stopp-Knopf betätigt, oder der für Rollstuhlfahrer gedachte „Langsamer“-Sensor berührt.
Das kann gar nicht funktionieren! Und tut es auch meistens nicht.
Kein Tag, an dem nicht mindestens eine der Drehtüren wieder außer Betrieb ist, selbst der Wartungsdienst tut sich schwer mit ihnen, was wir letztes Jahr schon häufig beobachten konnten.
Wer hat eigentlich Drehtüren erfunden?
DSC06800
Obwohl wir nicht glauben, dass der Vorfall vom Wochenende etwas mit der schwer zu bewältigenden Drehtürtechnik zu tun hat (die Zerstörung erfolgte eindeutig von außen), möchten wir schon allein der Kundenfreundlichkeit wegen nocheinmal an die Bahn (besser: DB Station & Service) appellieren:

.
Bitte stellen Sie die Türen wieder auf Normalbetrieb (das heißt: Schiebetürbetrieb) um!
.

Es ist ein Irrglaube, dass durch die Drehtüren weniger kalte Luft ins Bahnhofsinnere gelangt, da diese sich meistens (wenn nicht wieder defekt) kontinuierlich drehen und Luft von draußen hineinschaufeln, während die Schiebetüren sich nur öffnen, wenn jemand durch will. Außerdem zieht es so oder so in dem doch recht luftigen Gebäude.
Die Schiebetüren sind sowohl für Fahrgäste mit als auch ohne Handicap eindeutig benutzerfreundlicher, bisher war nicht einmal zu beobachten, dass irgendwer Probleme mit ihnen hatte. Bei den Drehtüren hingegen gleicht das täglich zu beobachtende Trauerspiel fast schon dem an den Aufzügen. Hinzu kommt eine viel aufwändigere Wartung.

Wir hoffen, dass unser Appell nicht, wie Anfang des Jahres, wieder im Winde verhallt.

Über kurz oder lang…

Oktober 18, 2009 7 Kommentare

Der gute alte Ost-West-Konflikt abgehängte Bahnhof Zoo war dem Tagesspiegel wieder mal einen Kommentar wert.
Erfreulich: Der Ton hat sich gebessert, und der letzte Absatz glänzt ausnahmsweise sogar durch Inhalt.

Nun zeigt es eine Statistik: Die Abkopplung des Bahnhof Zoo vom Fernverkehr hat den Berlinern das Bahnfahren erschwert. Die Entscheidung sollte rückgängig gemacht werden

Von Klaus Kurpjuweit
19.10.2009 0:00 Uhr

Geahnt hat man es; nun belegt es auch eine unabhängige Studie:
Der mit der Inbetriebnahme des Hauptbahnhofs verbundene Verzicht auf einen Halt der Fernzüge im Bahnhof Zoo hat für die Mehrheit der Berliner die Wege zum Zug verlängert.
Dass aber mehr als 65 Prozent nun Nachteile in Kauf nehmen müssen, überrascht doch.
Und sollte das Nachdenken beschleunigen – bei der Bahn und beim Senat.

Der Hauptbahnhof floriert, heißt es zumindest bei der Bahn. Ihr Ziel war es, möglichst viele Kunden in die Geschäfte im Hauptbahnhof zu bringen. Auch mit Zwang. Wenn die Berliner und Touristen den Vorzeigebahnhof inzwischen auch als Einkaufsparadies, das nur vom Verkaufsverbot an Sonntagen bedroht ist, akzeptiert haben, kann ihm auch ein Stopp der Züge im Bahnhof Zoo kaum noch schaden.
Bewohner vor allem im Südwesten würden es der Bahn danken.

Und damit der Hauptbahnhof endlich aus allen Richtungen bequem und schnell zu erreichen ist, muss der Senat Tempo machen. Dass der Bahnhof frühestens 2012/2013 weitere Anschlüsse ans Nahverkehrsnetz bekommen soll, ist beschämend. Und dass Fahrgäste im Nord-Süd-Verkehr bis zu 48 Minuten auf eine Regionalbahn zum Hauptbahnhof warten müssen, ist schon fast unverschämt. Der Hauptbahnhof verdient Besseres. kt

Lassen wir das einfach mal so stehen.
Wenn ich auch weiterhin den Eindruck behalte, dass es bei der ganzen
„Bahnhof Zoo vs. Hauptbahnhof“ – Anbindungsdebatte zwischen den Zeilen um etwas gänzlich Anderes geht als läppische fünf Minuten

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Nachtrag: „Lange Wege zum Hauptbahnhof“ – (nicht sehr fundierter) Hauptartikel zum Thema

Interessant…

September 16, 2009 2 Kommentare

Die Linke übertrifft sich selbst – S-Bahnchaos kommt gerade recht zur Finanzierung fragwürdiger Verkehrsprojekte!

Aus der Berliner Zeitung vom 16.09.:

Linke will S-Bahn-Millionen für neue Tramstrecken ausgeben
Trasse zum Potsdamer Platz hat hohe Priorität

Peter Neumann

Das Berliner Straßenbahnnetz soll weiter wachsen – dank der S-Bahn. Nach dieser Formel wollen die Linken einen großen Teil des Geldes investieren, das der Senat wegen der Ausfälle bei der S-Bahn in diesem Jahr einbehalten wird.

„Wir setzen uns dafür ein, dass die eingesparten Mittel bislang nicht finanzierbaren Nahverkehrsprojekten mit einem großen langfristigen Nutzen zugute kommen“, sagte Jutta Matuschek, haushalts- und verkehrspolitische Sprecherin der Linken, der Berliner Zeitung. Darum sollte geprüft werden, ob die Planung und der Bau neuer Straßenbahnstrecken vorgezogen werden könnten. Sinnvoll wäre es zum Beispiel, die projektierte Trasse zum Hauptbahnhof weiter nach Westen bis zur Turmstraße zu verlängern. Auch die Straßenbahnanbindung des Ostkreuzes habe Priorität. An erster Stelle steht bei Matuschek allerdings die Strecke vom Alexanderplatz über Leipziger Straße und Potsdamer Platz zum Kulturforum.

Nach einer früheren Schätzung des Senats soll das Projekt 45 Millionen Euro kosten – wahrscheinlich wird es teurer. Klar ist aber, dass das bei der S-Bahn eingesparte Geld dieses Vorhaben zu einem beachtlichen Teil finanzieren könnte. Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) hat angekündigt, dass Berlin für die Zugausfälle im August und September 22 Millionen Euro einbehält. Ihre Verwaltung erwartet, dass dieser Betrag bis zum Jahresende weiter steigen wird. Denn die S-Bahn kehrt nach eigenen Angaben frühestens im Dezember zum Normalbetrieb zurück.(…)

Preisfrage: Was wurde hier vergessen, damit das auch funktioniert und Sinn ergibt?
Richtig, die Einstellung sämtlicher auf diesen Strecken verkehrender Buslinien.
Ansonsten sehe ich da auf der Invaliden- und Leipziger Straße langfristig ein Verkehrschaos auf uns zukommen, wie wir es noch nicht hatten.
Was noch vergessen wurde: Straßenbahnanbindung der Bahnhöfe Südkreuz, Spandau und des Flughafens BBI.
Da wird doch noch was zu holen sein bei der S-Bahn…!?
(Böse Zungen könnte ja meinen, da sei doch irgendwas abgesprochen worden. Könnten, wie gesagt ,-))

>> zum vollständigen Artikel

Klärungsbedarf

September 15, 2009 2 Kommentare

Die Berliner Morgenpost interviewte nun also Senatorin Karin Lompscher (Linke) zum Ladenschlussgesetz, das endlich richtig angewendet werden soll – natürlich nur am Hauptbahnhof.

Wir haben uns erlaubt, das Ganze ein wenig zu kommentieren, bzw einige bisher ungeklärte Fragen zu stellen.

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Morgenpost Online: Frau Lompscher, warum gibt es keine Ausnahmegenehmigung für den Hauptbahnhof?
Karin Lompscher: Wir haben in Berlin ein sehr liberales Ladenöffnungsgesetz, das die Interessen aller Beteiligten berücksichtigt. Auf Bahnhöfen können alle Geschäfte 24 Stunden öffnen, allerdings dürfen an Sonntagen nur Geschäfte öffnen, die Reisebedarf anbieten. Weitere Ausnahmen für Bahnhöfe sind im Gesetz nicht vorgesehen, zumal dies zu Wettbewerbsverzerrungen führen würde.

berlin hbf: Würde, sollte, könnte. Gibt es auch Belege, dass das schon irgendwo eingetreten ist?
Schließlich galt bis heute für viele Bahnhöfe diese Ausnahme.
Des weiteren wäre zu klären, welche Geschäfte sich konkret vom Hbf bedroht sehen.

Morgenpost Online: Warum gibt es eine Ausnahmegenehmigung für Tegel?
Lompscher: Flughäfen durften bereits nach dem Bundes-Ladenschlussgesetz an Sonn- und Feiertagen öffnen. Hintergrund: Bei Flugreisen können Koffer verloren gehen. Reisende hätten dann zum Beispiel keine geeignete Kleidung zur Verfügung. Daher können auch Bekleidungsgeschäfte öffnen. Bei Bahnreisen kann jeder selbst auf sein Gepäck achten.

berlin hbf: Und auf Bahnreisen kann nichts verloren gehen? Ob man selbst auf sein Gepäck achten kann oder nicht, sollte doch keine Rolle spielen.
Wenn man dringend was braucht, braucht man es eben.
Ändert für Sie nicht die Tatsache etwas, dass es im Hbf eine Gepäckaufbewahrung gibt?
Wer diese nutzt, dem kann durch Fehler (wie auch bei der Gepäckabfertigung an Flughäfen) ebenfalls etwas verloren gehen.
Es könnte ja sogar ein Schließfach aufgebrochen werden. Und dann?
Wenn schon Szenarien ausdenken, dann bitte richtig.

Morgenpost Online: Müssen jetzt auch die Läden in den anderen Bahnhöfen bangen?
Lompscher: Alle Läden in der Stadt müssen sich an das geltende Recht halten. Das gilt auch für die Geschäfte auf den Bahnhöfen. Dort darf nur Reisebedarf verkauft werden.

berlin hbf: Ich vermisse eine genaue Konkretisierung von „Reisebedarf“.
Und welchen Grund hat es, dass nur der Hbf genannt wird?
Tritt die Regelung auch anderswo in Kraft, sollte das doch wohl auch so zu formulieren sein.

Morgenpost Online: Wird der neue Grußflughafen BBI in Schönefeld eine Ausnahmegenehmigung erhalten?
Lompscher: Für den BBI ist das Land Brandenburg zuständig. Im Übrigen werden sich die meisten Läden hinter dem „Check in“ befinden und damit fallen diese Geschäfte nicht unter das Ladenöffnungsgesetz, da es dann kein Verkauf an Jedermann ist.

berlin hbf: Sie vergaßen, dass BBI dann Alleinflughafen ist. Und für Flughäfen gelten ja ohnehin Ausnahmen – oder kann etwa nur in Tegel Gepäck verloren gehen?

Morgenpost Online: Warum ist das Thema erst drei Jahre nach Öffnung des Hauptbahnhofs hoch gekocht?
Lompscher: Uns lagen aktuell konkrete Beschwerden vor. Deshalb hat das zuständige Landesamt für Arbeitsschutz, Gesundheit und technische Sicherheit hier verstärkt kontrolliert.

berlin hbf: Warum nennen Sie keine Namen? Es wird schon keiner auf die Barrikaden gehen.
So aber bleibt die Begründung undurchsichtig und fadenscheinig.

Morgenpost Online: Halten Sie das Ladenöffnungsgesetz hinsichtlich der Sonntagsregelungen noch für zeitgemäß?
Lompscher: Durchaus. Berlin hat von seiner Gesetzgebungskompetenz Gebrauch gemacht und die Öffnungsmöglichkeiten an Sonn- und Feiertagen im Gesetz abschließend und eindeutig geregelt. Vor dem Bundesverfassungsgericht wird das Berliner Gesetz gegenwärtig auf Grund einer Verfassungsbeschwerde der Kirchen überprüft.

berlin hbf: Ich glaube, das war mal so gar nicht die Frage. Allein der letzte Satz Ihrer Aussage dürfte ja nochmals die Frage nach der Zeitgemäßheit aufwerfen. M.E. haben die Kirchen wohl zu wenig Einblick ins alltägliche Leben von heute.

Morgenpost Online: Wie sorgen Sie für die Durchsetzung des Verkaufsverbots?
Lompscher: Zunächst sind die Händler für die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen verantwortlich. Kontrollen finden Schritt für Schritt auch an anderen Orten statt. Da für den Hauptbahnhof konkrete Beschwerden vorlagen, wurde hier zuerst kontrolliert.

berlin hbf: Glaube ich erst, wenn ich es sehe!
(Und nocheinmal die Frage: Wer hat sich beschwert? Wenn die Beschwerden so konkret waren, wird man sie doch wohl auch so benennen können?
Nicht zufälligerweise irgendwelche Händler im Bahnhof Zoo, zu denen nicht nur sonntags bedeutend weniger Leute kommen als zum Hbf…?)

Morgenpost Online: Welche Strafen drohen Händlern, die dennoch öffnen?
Lompscher: Zunächst werden alle ermahnt und auf die Gesetzeslage hingewiesen. Bei wiederholtem Verstoß können Bußgelder bis zu 15.000 Euro fällig werden.

berlin hbf:
Für die widerrechtliche Öffnung oder die Verstöße gegens Tarifgesetz?

Morgenpost Online: Werden Sie sich für eine Neuregelung einsetzen?
Lompscher: Nein, das Berliner Gesetz ist sehr weitgehend.

berlin hbf: „Weitgehend“ – Das bedeutet?
Ostbahnhof darf Sonntags Nicht-Reisebedarf anbieten, Hauptbahnhof nicht?

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>> Das vollständige Interview kann man hier nachlesen.

Provinzposse

September 13, 2009 4 Kommentare

Da habe ich nicht schlecht gestaunt.
Shopping-Verbot im Shoppingcenter mit Gleisanschluss – ja, sind die denn übergeschnappt?
(Vorweg, ich selbst verfluche oft genug all diese unnötigen Klamotten-, Schmuck-, und Schuhgeschäfte, die m.E. nicht in einen Bahnhof gehören und das eigentliche Flair des HBF trüben. In diesem speziellen Fall aber werde ich den Verdacht nicht los, dass hier (schon wieder einmal) gezielt ein Imageschaden angestrebt wird!)

Aus der Berliner Morgenpost vom 12.09.:

Berlin verbietet Sonntagsshopping am Hauptbahnhof

Am Hauptbahnhof darf künftig an Sonntagen nur noch Reisebedarf verkauft werden. Bisher hatte Berlin die Öffnungszeiten von Mode- und Schuckgeschäften geduldet. Doch auf Druck von Gewerkschaft und Handelsverband will der Senat will dort den Sonntagseinkauf unterbinden, rund 30 Geschäfte sind betroffen.

Anm.:
„Schuckgeschäfte“ = Kombi aus Schuh- und Schmuckgeschäft, gibt’s nur im HBF! :-)

Viele Geschäfte im Hauptbahnhof sollen künftig sonntags geschlossen bleiben
Der Senat will den Sonntagseinkauf im Berliner Hauptbahnhof auf Druck der Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di und des Handelsverbandes Berlin Brandenburg künftig unterbinden. Gewerkschaft und Verband drängen darauf, dass das 2006 in Kraft getretene Ladenöffnungsgesetz, das den Verkauf von Waren nur an zehn Sonntagen im Jahr zulässt, auch im Hauptbahnhof Anwendung findet. Denn dort sind seit Eröffnung des Bahnhofs im Mai 2006 jeden Sonntag und Feiertag auch Geschäfte, die keinen klassischen Reisebedarf verkaufen, geöffnet. Es handelt sich dabei um eine Praxis, die bislang vom Senat geduldet wurde. Nun aber hat das zuständige Landesamt für Arbeitsschutz, Gesundheitsschutz und technische Sicherheit (LAGetSi) mit Kontrollen begonnen. Erste Bußgeldbescheide wurden den Geschäftsinhaber schon angedroht.

Reisebedarf darf verkauft werden
Laut Gesetz dürfen auch die Geschäfte im Hauptbahnhof nicht mehr an jedem Sonn- und Feiertag öffnen – es sei denn, sie beschränkten sich nur auf Reisebedarf wie Zeitungen, Andenken, Tabakwaren oder Blumen.

Wichtiger wäre: Was ist mit „Kaisers“, Drogerie und überhaupt Imbiss, Kaffee, Restaurants?
Reisebedarf oder nicht?
Auf jeden Fall mein Bedarf, und wenn man mir den entsagt, werde ich vermutlich doch recht stinkig!

Von den 80 Geschäften im Hauptbahnhof, die bislang sieben Tage die Woche von 8 bis 22 Uhr geöffnet haben, wären 30 von der Änderung betroffen. Sie müssten entweder ihr Sortiment an Sonn- und Feiertagen reduzieren oder an diesen Tagen ganz schließen. Das würde Umsatzeinbußen von elf Millionen Euro im Jahr für diese Geschäfte und den Verlust von 40 Arbeitsplätzen bedeuten. Berechnungen, die bahnintern kursieren und von Geschäftsleuten bestätigt werden.
„Berlin goes Posemuckel“, unken bereits die Geschäftsleute. „Schließlich ist der Hauptbahnhof die neue Mitte Berlins und Startrampe für Touristen aus aller Welt“, sagt Toni Brentrup, Inhaber des Modegeschäfts „Gerry Weber“ im Hauptbahnhof. „Das wäre ein riesiger Imageverlust für Berlin.“

Wenn das mal nicht so gewollt ist…

Der „Abstieg auf Provinzniveau“, wie Brentrup es nennt, würde auch die Rentabilität seines Ladens bedrohen.
„Denn der umsatzstärkste Tag ist eben der Sonntag. Wir verlören 20 Prozent unseres Jahresumsatzes, wenn wir nicht mehr an Sonn- und Feiertagen öffnen können. „ Dass das auch Personal kostet, liegt auf der Hand.“
Fred Koltz, Inhaber des Schmuck- und Kristallgeschäfts Swarovski, rechnet mit anderthalb Stellen von insgesamt fünf, die er streichen müsste, wenn das Gesetz angewandt würde. „Können wir uns das in Berlin erlauben?“, fragt er. Wie auch andere Geschäftsleute fordert Koltz eine politische Lösung. Denn unbestritten ist, dass das Gesetz gültig und auch auf den Hauptbahnhof anwendbar ist. Überraschend allerdings findet Koltz es, dass zweieinhalb Jahre nichts unternommen wurde. Auch am Ostbahnhof, am Bahnhof Friedrichstraße und am Alexanderplatz würde sonntags verkauft.

Wie jetzt – in anderen Bahnhöfen gibt es auch Geschäfte??
Ich dachte, nur der Hauptbahnhof sei eine Shoppingmall….

Warum das Gesetz nun ausgerechnet am Hauptbahnhof durchgesetzt werden soll, versteht er – wie auch Geschäftsmann Bernd Steinauer – nicht.

So ist das, liebe Leute. Der HBF erfährt immer Ausnahmen, er hat einen Sonderstatus inne, was das drauf Herumtrampeln, Nörgeln, und bewusste Schlechtmachen betrifft.
Hier ist alles untragbar, was anderswo durchgeht.
Hier ist das Dach zu kurz, am Bf. Zoo dagegen steht man gern im Regen.
Hier regt man sich über Geschäfte auf, am Ostbahnhof geht man gerne Shoppen.
Hier sind die WC-Preise von 80 Cent ein Unding, woanders gibt man dafür gern 1 Euro aus.
Ergo müssen hier sonntags auch die Läden schließen, während sie anderswo offen bleiben.
Logisch, oder nicht!?

Steinauer ist Inhaber des Schuhgeschäfts Tamaris. Gegen sein Unternehmen wurde vom LAGetSi bereits ein Ermittlungsverfahren eingeleitet und ein Bußgeldbescheid angedroht. Steinauer kann die Vorgehensweise nicht verstehen, zumal am Flughafen Tegel der uneingeschränkte Verkauf von Waren sonn- und feiertags erlaubt ist.
Auch die Deutsche Bahn als Vermieterin ist nicht glücklich mit dem Prozedere. „Es gibt klare rechtliche Regelungen. Wir verstehen aber auch das Anliegen der Geschäfte im Hauptbahnhof“, sagte eine Bahnsprecherin der Berliner Morgenpost. „Wir wissen auch von gesetzlichen Ausnahmeregelungen für den Flughafen Tegel. Das lässt uns hoffen, dass dies auch für den Berliner Hauptbahnhof erreicht werden könnte.“

Wowereit schrieb an Bahnchef
Doch der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) machte in einem Brief an Bahnchef Rüdiger Grube bereits Anfang August unmissverständlich klar, dass an dem Gesetz nicht gerüttelt werde. Auch aus der zuständigen Senatsverwaltung für Gesundheit heißt es, dass der Sonntagsverkauf von Anfang an rechtswidrig gewesen sei. Den Stein ins Rollen brachte die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di, die den Senat und das Landesamt gebeten hatte, den Hauptbahnhof zu überprüfen.
„Uns lagen Beschwerden von konkurrierenden Geschäften vor, die nicht im Hauptbahnhof angesiedelt sind und die sich benachteiligt sahen“, sagt Erika Ritter von Ver.di und bestätigt damit Aussagen des Geschäftsführers des Handelsverbandes Berlin Brandenburg, Nils Busch-Petersen.

Soso, das ist ja mal interessant. Im Umkreis des Bahnhofs gibt es zwar kein einziges Geschäft
(er steht doch in der Pampa!), aber gut…
Wer hat sich denn beschwert? Namen wären hier von Interesse.
Der Coffee Shop auf dem Washingtonplatz? Eine der Strandbars? Der Aldi in Moabit? Die Würstchenbude gegenüber? Oder sollten sich plötzlich irgendwelche XY-Arkaden ernsthaft als Konkurrenz zum Bahnhof verstehen?
Raus damit :-)

Auch seien Fälle im Hauptbahnhof bekannt geworden, wonach Unternehmen Tarifflucht begangen hätten, um Sonntagszuschläge für ihre Mitarbeiter nicht zu zahlen. „Da darf man sich nicht wundern, dass Arbeitnehmer sich beschweren.“ Auch Busch-Petersen will keine Ausnahme für den Hauptbahnhof. Die Rechtslage sei „klar wie Kloßbrühe“. „Das ist nicht unbedingt schön, aber schön sollte es dann für alle sein.“

Geht es nur mir so, oder erscheint der letzte Satz ein wenig…verwirrt..?

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Auch einen Kommentar zum Thema gab es in der Morgenpost:

Shopping-Verbot am Hauptbahnhof
Rückschritt auf Kleinstadt-Niveau

Samstag, 12. September 2009 18:40 – Von Katrin Schoelkopf

Der Hauptbahnhof ist nicht nur Wahrzeichen und touristisches Highlight von Berlin, sondern die Visitenkarte der deutschen Hauptstadt.

Erzählen Sie das mal den Berlinern! (Und gehen Sie anschließend bitte in Deckung :-))

Durch ein Shopping-Verbot an Sonntagen ist gar nichts gewonnen – im Gegenteil.
Am Hauptbahnhof kommen Touristen aus aller Welt an. Hier empfängt Berlin seine Gäste. Dass dort Geschäfte an sieben Tagen die Woche geöffnet haben, ist nur allzu selbstverständlich. Das steht einer Stadt, die sich gern mit dem Attribut Metropole schmückt, gut zu Gesicht.

Ich muss sagen, ich bin im Zwiespalt.
Braucht ein Bahnhof Klamotten- und Klunkerläden?
(>> siehe Beitrag „Ihr Einkaufsbahnhof“)
Sofern es wirklich nur diese betrifft, wäre Sonntag wohl künftig der ideale Flaniertag für mich.
(Endlich etwas mehr Ruhe und nicht so verdammt viel Gewusel ,-))
Doch was das für die Geschäfte (nun sind sie halt einmal drin) und ihre Mitarbeiter bedeutet, ist weiter oben zu lesen. Egal ist mir das nicht.
Außerdem ist es ein Schlüsselargument gegen das geplante Stadtquartier (welches auch Shopping und Gastro verspricht), dass der HBF ein täglich von 8-22h geöffnetes Shoppingangebot bereithält – was fehlt denn drumherum noch an „Leben“, wenn man doch im Bahnhof selbst alles findet?

Doch das soll nun – geht es nach dem Willen des Senats – anders werden. Kritiker befürchten bereits einen Abstieg des Hauptbahnhofs auf Provinzniveau. Zu Recht.

Der hat anderweitig schon längst begonnen.
Und die Verkehrsanbindungen – das wissen wir doch – entsprechen auch nur einer Provinzhaltestelle…

Auch wenn das Ladenöffnungsgesetz keinen Interpretationsspielraum lässt und nur den Verkauf von sogenanntem Reisebedarf billigt, kann es politisch nicht wirklich gewollt sein, den Bahnhof am Sonntag auf Kleinstadt-Standard herunterzuschrauben.
Denn gewonnen ist damit gar nichts. Im Gegenteil: Geschäftsleute büßen Umsatz ein, Mitarbeiter verlieren ihren Job. Der Bahnhof wird unattraktiv.

Aber sicher ist das gewollt!
Der nächste Schritt heißt dann: ICE-Halt am Bahnhof Zoo (wo sonntags freilich alles offen hat).
Machen wir uns nichts vor, unsere Pappenheimer kennen wir! ,-)

Ausgerechnet an Sonn- und Feiertagen, wenn sich besonders viele Touristen und auch Berliner am Hauptbahnhof aufhalten, werden verschlossene Türen in Berlins neuem Wahrzeichen vorherrschen. Damit das nicht eintritt, sollte schleunigst eine Ausnahmegenehmigung – wie es sie für den Flughafen Tegel im Gesetz bereits gibt – auf den Weg gebracht werden.
Hier müssen Senat und Abgeordnetenhaus handeln – und zwar im Sinne der Geschäftsleute, Touristen und Berliner.

Streichen wir doch letztere. Die Berliner juckt das nämlich nicht. Die Berliner haben den Bahnhof weder gewollt noch brauchen sie ihn jetzt. Und selbstverständlich geht dort keiner hin, nur die 30% „Zwangsumsteiger“, weil bestimmte Fernzüge (1, 2 Stück) nur dort halten. Also werden sie ihn und seine Geschäfte auch nicht vermissen. Schon gar nicht jetzt, wo keine S-Bahn fährt. Es gibt eigentlich keinen Grund, am Berliner HBF auszusteigen – ist es nicht so?
Und weil das so ist, wäre ich ja fast dafür, das durchzuziehen. Wenn nur die Mitarbeiter nicht wären, deren Schicksal noch am härtesten ist.
Ich würde sonst sogar für eine gänzliche Schließung dieser Läden plädieren. Weg mit ihnen, das gehört nicht in einen Bahnhof.
Und dann könnten doch die ICEs ruhig wieder am Zoo halten.

Ich wäre trotzdem weiter zum HBF gekommen. Und wehe, hätte ich außer mir dann noch eine Menschenseele (die nicht direkt am HBF arbeitet/ wohnt und deshalb dort aussteigt) dort angetroffen…

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Den ganzen Morgenpostartikel bzw Kommentar kann man
(ohne nervige Anmerkungen meinerseits ,-))
hier bzw hier nachlesen.

Kann man sich sparen!

September 4, 2009 1 Kommentar

Die Bahn sucht dringend Mitsparer!
mitsparer
Alleine kann sie wohl ihren Sparkurs nicht mehr bewältigen…
Tatkräftige Unterstützer werden gebraucht, die der DB zeigen, wie sie am richtigen Ende sparen kann.
Wir hätten da so ein paar Ideen…
Werbung in Bahnhöfen könnte man sich sparen, oder überflüssigen Schnickschnack, bei dem eh keiner durchsteigt!
touch&travel-ad
Soso, „Touch&Travel“ sucht also immer noch Testkunden, und keiner will so richtig, während täglich immer noch Hunderte Bahnhofsbesucher die „Touchpoints“ mit Rufknöpfen, Infoschaltern oder sonstigem Hightech verwechseln…

Natürlich könnte man (das heißt, DB-Sicherheit sowie Reinigungspersonal) sich auch das Wegsehen sparen, und den Bahnhof öfter mal auch von außen kontrollieren und putzen.
dreck
Vorzeigestationen sehen anders aus!

Und wo wir schon dabei sind:
Ein gewisses Stadtquartier möge uns allen bitte ebenfalls erspart bleiben!
:-)

Grenzenlos

September 2, 2009 1 Kommentar

… sind offenbar die Werbemöglichkeiten im Berliner Hauptbahnhof.

Seit kurzem hat sich sogar der RBB dazu herabgelassen, auf einem Riesenplakat „The Wave“ im Bahnhof zu werben.
Optische Umweltverschmutzung!
(>> Mehr zum Thema: Wie Ströer/DERG Bahnhöfe verschandeln)

Manchmal kommt der Werbemüll auch schleichenderweise daher, nämlich getarnt als Kunst.
Sodass selbst die kritischsten Bahnhofsfreunde nichtsahnend drauf reinfallen und noch begeistert Fotos machen, um das Ganze dann auf ihrer Webseite als erfrischende Abwechslung vom ewigen Werbewust zu lobpreisen.
So geschehen neulich, ganz hier in der Nähe :-)
DSC06396
Gestern war dann zu sehen, was eigentlich hinter der vermeintlichen Kunst-Aktion steckt:
DSC06447
Nein, das sind nicht etwa liebe Grüße vom Künstler -
Man ist auf der IFA vertreten und will auf sich aufmerksam machen!
Der beauftragte Künstler hatte dazu folgende Idee:
DSC06446
(Übersetzung auf Anfrage ,-))

Nun prangt da also der Schriftzug „Live Borderless“ auf dem Bild – das passt ja auch thematisch so schön, von wegen 20 Jahre Mauerfall, also wirklich, ein besseres Timing könnte es nicht geben!
Vor allem aber passt es zur grenzenlosen Ausbeutung des öffentlichen Raumes im Namen des Kommerzes.

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„Werben im Bahnhof“
(Auszug von der DB-Webseite des Hauptbahnhofs):

Werbung am Bahnhof – starke Kontakte Tag für Tag

Knüpfen Sie Kontakte mit Ihrer Zielgruppe an hochfrequentierten Standorten.Attraktive Flächen stehen am Berliner Hauptbahnhof und vielen anderen Bahnhöfen für leistungsstarke Werbung und Promotions zur Verfügung.

Der Bahnhof ist das Tor zur Stadt und der Zugang zur Bahn. Bahnhöfe gehören zum Alltag von Millionen Menschen: Pendler, die von hier aus den Weg zur Arbeit antreten und später in den Feierabend starten. Anwohner und Passanten, die im Bahnhof shoppen gehen oder einen Kaffee trinken. Menschen, die von hier aus eine Urlaubsreise antreten, sich auf den Weg zu Familie und Freunden machen oder ihren Besuch abholen.

Nutzen Sie diesen besonderen Ort des Aufenthalts, der Begegnung, der Urbanität für Ihre Werbebotschaft. Der Berliner Hauptbahnhof garantiert Ihnen eine hohe Reisenden- und Besucherfrequenz und somit starke Kontakte, von früh bis spät in die Nacht. Ob kurz- oder langfristig, regional oder national – starten Sie Ihre Vermarktungskampagne mit innovativen Werbeträgern oder gezielten Event- und Promotionaktionen an besonderen Standorten.

Von Binz auf Rügen bis Garmisch-Partenkirchen, von Aachen bis Berlin –Deutschlands Bahnhöfe bieten Ihnen nahezu unbegrenzte Werbemöglichkeiten, die Ihren spezifischen Ansprüchen gerecht werden.
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